Kia

Sexy and I know it

Kia pro_cee’d GT

Kia pro_cee’d GT

Der neue Kia pro_cee’d GT hat Sportgeist und Klasse. Und nicht nur, weil er von einem Designteam in Deutschland entworfen wurde, ist er Golf GTI & Co. ziemlich dicht auf den Fersen.

Irgendwie hat er es, das gewisse Etwas. Im Profil zeigt die Schnauze ein wenig nach unten, der Hintern zeigt muskulös wohlgerundet nach oben. Alles ein bisschen so, als sässe die Katze auf der Lauer, bereit zum Absprung. Und das kann er auch ganz gut, leichtfüssig davonpreschen aus dem Stand, prima sogar. Sportlich ist er ja schon, der Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum, Benzindirekteinspritzung,  Turbolader und Frontantrieb. Er hat immerhin 204 Pferdchen intus, verteilt auf wohlgeformte 1448 Kilogramm. Geschaltet wird manuell über ein 6-Gang-Getriebe. Und wenn man’s kann, ist er in 7,7 Sekunden von Null auf Hundert, das Drehmoment liegt bei 265 Nm bei 1750 – 4500 Umdrehungen. Rein äusserlich sind die markantesten neuen Details das 4-Spot-LED-Tagesfahrlicht, neu gestaltete Nebelscheinwerfer, eine etwas andere Seitenverkleidung und neue Farben für das Blech, das heisst dann: Track Red, Black Pearl, Machine Silver oder Planet Blue. Wir hatten das Vergnügen mit: Deluxe White, Metallic, selbstverständlich. Kia assoziiert man ja nicht in erster Linie mit besonders sportlichen Fahrzeugen. Dass die Koreaner, die wie gesagt ein Designstudio in Deutschland betreiben aber durchaus in der Lage sind, auch einen sportlichen Kompakten zu bauen zeigt der GT. Zwar ist er in Sachen Fahrkomfort sicher nicht an der Spitze seiner Klasse zu platzieren, dafür kann man mit ihm auf kurvigem Geläuf richtig viel Spass haben. Nur marginale Seitenneigung der Karosserie beim Kurvenfahren, guter Durchzug selbst aus dem Drehzahlkeller und ein frecher Sound machen den Kia zu einem frechen Alltagssportler. Gefehlt hat uns etwas der Turboschub ab einer gewissen Drehzahl. Der Vierzylinder dreht sehr linear hoch, was im Alltag perfekt ist. Dem sportlichen Fahrer fehlt aber der Turbo-typische «Tritt in den Hintern» etwas.

Drei (oder fünf) Türen hat er, der pro_cee’d (den Bruder, cee’d, also ohne «pro», gibt es nur mit fünf). Die Sitze sind ordentlich, keine knüppelharten Teile, aber mit gutem Halt, Recaro, immerhin. Verstellen tut man sie manuell, nach hinten, vorne, hoch und runter. Das passt. Das Lenkrad ist vielleicht nicht gerade klein, aber immerhin auch nicht allzu wulstig. Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet, und ja, wir möchten es mal wieder erwähnen: Wir mögen das Kia-Navi. Das ist schnell, das ist übersichtlich, die Sprache ist gut, die Stimme angenehm, das Display hat eine anständige Grösse, die Bedienung ist bestens, intuitiv. Ansonsten hat es da nur noch die üblichen Dreh- und Druckknöpfe für Heizung und Klima. Starten tut man den Motor mit dem Kia-üblichen Knöpfchen, das ist soweit alles wie es immer war. Ob man jetzt immer den Nerv für diese Begrüssungsmelodien hat, nun denn, wir bezweifeln etwas die Notwendigkeit. Aber so ein bisschen Korea muss wohl sein. Noch etwas mehr Spielereien: Das 7-Zoll-LCD-Display lässt sich in einen Renntacho verwandeln: Drückt man die GT-Taste am Lenkrad, zeigt es Drehmoment und Turbodaten an.

Kia pro_cee'd GT Innenraum

Kia pro_cee'd GT Innenraum


Wir hatten ja nicht gerade die Aufgabe, eine Sparfahrt zu machen mit «unserem» Kia pro_cee’d GT. Aber dass wir dann wirklich 9,4 Liter auf 100 Kilometer verbraucht haben, das hat uns dann doch etwas erstaunt. Wir sind ja schliesslich auch fleissig über Land gedüst, das war durchaus nicht nur Stadtverkehr. Ein Blick in die Unterlagen sagt uns: 7,4 Liter Benzin will er benötigen, gesamt. Rein städtisch, auf dem Papier: 9,7 Liter. Wir können und wollen unseren Verbrauch nur mit der Freude am Fahren erklären. Wir waren hin und wieder schon recht fröhlich unterwegs, zugegeben. Und da waren dann die Füsse halt wohl doch etwas spielerischer, heftiger an Gas und Kupplung, offensichtlich. Gestört hat und allerdings eine Sache, an dem das Design nicht unschuldig ist: die Übersicht im Kia ist wirklich nur mässig, die Fensterflächen vor allem hinten sehr klein.

Die Kosten sind verhältnismässig moderat: Ab 34'777 Franken ist man dabei. Das Navi mit Rückfahrkamera würden wir wärmstens empfehlen, das kostet halt dann noch einmal 1900 Franken extra. Für knapp 37'000 Franken bekommt man von Kia einen Flitzer, der es in sich hat. Und das alles noch mit einer Garantie von sieben Jahren.

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