Test: Renault Talisman
Luxus auf Französisch

Die neue Limousine aus Frankreich im Test. Wie viel Komfort bringt der Renault Talisman?

Philipp Aeberli
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Renault Talisman

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Renault

Renault erfindet sich neu: Mehr Design, mehr Technik und mehr Luxus. Revolution statt Evolution ist angesagt. Jüngstes Beispiel: der Talisman. Die stattliche Limousine, immerhin 4,85 Meter lang, geht gegen namhafte Konkurrenten ins Rennen: Nicht nur Skoda Superb und VW Passat, sondern auch die Deutsche Premium-Konkurrenz aus der oberen Mittelklasse schien das Mass der Dinge gewesen zu sein, als man den Talisman entwickelte. Der Fokus liegt, traditionell französisch, auf dem Fahrkomfort: Mit viel Platz, weich ausgeformten Sitzen und Kopfstützen und modernem Flair nimmt der Talisman seine Gäste in Empfang. Fällt die Tür ins Schloss, bringen sich Lenkrad und Sitz elektrisch wieder in Position, nachdem sie zuvor möglichst viel Platz zum Einsteigen gemacht haben. Luxus pur. Die Bedienung erfolgt, wie bei allen Renault seit der grossen Modellrevolution, über ein grosses Touchpad in der Mittelkonsole. Grosse Bedienfelder und klare Darstellung sorgen dafür, dass man dieses auch während der Fahrt gefahrlos nutzen kann. Nur die Menüführung ist nicht immer gleich auf den ersten Blick klar; es braucht etwas Eingewöhnung, bis man sich vollkommen zu Hause fühlt.

Renault Talisman
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Wahlfreiheit an Bord

Fühlt man sich jedoch erst einmal zu Hause, geizt der grosse Franzose nicht mehr mit seinen Reizen. Der Fahrer fühlt sich gut ins digitale Cockpit integriert, hat viel Platz und eine bequeme Sitzposition. Für Grossgewachsene ist der Sitz leider etwas zu hoch, sodass man sich etwas mehr Luft im Kopfbereich wünschen würde. In Sachen Fahrkomfort würde man sich aber niemals mehr wünschen. Der Talisman begeistert mit tiefem Geräuschpegel und sehr gutem Federungskomfort.

Per Knopf auf dem Mitteltunnel lässt sich das Auto ganz nach den persönlichen Vorlieben abstimmen. Fahrwerk, Lenkung, Getriebe und sogar der Motorsound lassen sich konfigurieren. In der sportlichsten Stellung wirkt der Talisman erfreulich agil, aber nicht übertrieben sportlich. Der Komfort-Modus hält sein Versprechen konsequent ein: Leichtgängige Lenkung, Motorklang auf ein Minimum reduziert und die Dämpfer sehr weich; genüsslicher kann man in dieser Preisklasse kaum gleiten.

Viel Auto fürs Geld

Gemessen am Platzangebot, dem Fahrkomfort und der reichhaltigen Ausstattung ist der Talisman ein sehr verlockendes Angebot: Der praktisch voll ausgestattete Testwagen mit 1,6-Liter Benziner und 200 PS in der Ausstattungslinie «Initiale Paris» kostet 44650 Franken. Von der Allradlenkung über variable Stossdämpfer und Radartempomaten, bis hin zu belüfteten Massagesitzen, Head-up-Display und allen gängigen Fahrassistenten ist alles mit dabei. Die Basisversion kostet ab 36400 Franken. Alternativ ist ein 1,6-Liter-Diesel mit 160 PS ab 39700 Franken erhältlich. Geschaltet wird ausschliesslich über ein Doppelkupplungsgetriebe; im Benziner verfügt es über sieben Gänge und arbeitet sehr verschliffen.

Die 1,6-Liter-Motoren sollen dem mindestens 1505 kg schweren Talisman zu tiefem Verbrauch verhelfen; 5,8 l/100 km sind es auf dem Prüfstand, auf der Strasse waren es 7,1 l/100 km; hier dürfte sich die Revolution noch etwas stärker zeigen.

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