Nach «Impreza» wird bei Google häufiger gesucht, als nach «Subaru»: In der heutigen Zeit ein untrügliches Zeichen dafür, dass dieses Modell einen ganz besonderen Platz im Programm des japanischen Herstellers haben muss.

Denn der Impreza war es, der Subaru in den 1990er-Jahren berühmt machte. Zahlreiche Siege auf den Rallye-Pisten dieser Welt wandelten das Image. Subaru stand fortan für sportliche, zuverlässige und beinahe unverwüstliche Allrad-Kompetenz. Tugenden, die sich die Japaner bis heute gerne auf die Fahnen schreibt. Doch: Um dieses Image auch für die Zukunft zu erhalten, darf es nicht nur in den Geschichtsbüchern leben, sondern muss auch auf der Strasse erfahrbar sein. Deshalb sollen die Fahreigenschaften auch beim neuen, inzwischen fünften Generation, ein zentrales Element sein, was der Japaner bei der ersten Testfahrt auf Mallorca unter Beweis stellen will.

Erfolgreich stabilisiert

Die glorreichen Rallye-Zeiten bei Subaru sind vorbei, zumindest vom Werk aus. Privatteams setzen immer noch viele Subaru WRX STi in unterschiedlichsten Rallyes ein. Das sportliche Spitzenmodell läuft schon seit 2014 nicht mehr unter dem Namen «Impreza» – und soll 2018 schliesslich vollends abgesetzt werden. Man wird also vernünftig bei Subaru, so scheint es. Das soll freilich nicht heissen, dass der Fahrspass auf der Strecke bleiben muss.

Mit tiefen Schwerpunkt dank Boxermotor, permanentem Allradantrieb und sportlich abgestimmtem Fahrwerk bringt auch der neue Impreza beste Voraussetzungen mit. So kann er auch auf den kurvigen Bergsträsschen der Baleareninsel durchaus überzeugen. Der Impreza lenkt sehr direkt ein und bleibt in Kurven sehr neutral und sicher zu beherrschen. Ebenfalls merkbar: Die Seitenneigung bleibt überraschend gering. Dafür haben sich die Fahrwerkstechniker etwas neues einfallen lassen: Die Kurvenstabilisatoren sind, nicht wie man es gewohnt ist, am Achsträger befestigt, sondern direkt an der Karosserie. Dadurch ist der Stabilisator deutlich wirkungsvoller und die Seitenneigung wird verringert, ohne dass man dafür das Fahrwerk übertrieben hart abstimmen müsste. Damit kann der Impreza auch in Sachen Federungskomfort überzeugen. Nur bei niedrigem Tempo wirkt der Japaner bisweilen etwas steifbeinig, was aber nicht störend ins Gewicht fällt.

Er boxt noch immer

Natürlich sitzt auch beim neuen Impreza ein Vierzylinder-Boxer unter der Haube. Zum Marktstart sind zwei Motorvarianten erhältlich: Mit 1,6 Liter Hubraum und 114 PS oder mit 2,0 Litern und 156 PS. Die Motoren haben im Vergleich zur Vorgängergeneration an Gewicht verloren. Zusammen mit dem ebenfalls erleichterten Getriebe lasten so rund 20 Kilogramm weniger auf der Vorderachse, was die Fahreigenschaften nochmals verbessert. Hinzu kommt ein aktives «Torque Vectoring», das durch gezielte Kraftverteilung über den Allradantrieb das Einlenken verbessert.

Ein echter Sportwagen ist der Impreza mit 156 PS freilich nicht, zumal der Saugmotor etwas höhere Drehzahlen braucht, um in Schwung zu kommen. Hinzu kommt das stufenlose Getriebe, welches die sportlichen Ambitionen zusätzlich eindämmt. Es gehört zwar zu den besten seiner Zunft, weil es beispielsweise durch künstlich kreierte Schaltstufen das unangenehme aufheulen des Motors unterbindet, wirkt aber eben schlussendlich doch wenig dynamisch. Positiv ist aber zu vermerken, dass das Getriebe im Alltag komfortabel und ohne ruckelndes Schalten funktioniert. Für bequemes Gleiten durch den Alltag ist das eine willkommene Stärke. Genauso wie das gute Platzangebot sowohl vorne als auch hinten. Das Cockpit überzeugt mit einfacher und klarer Gestaltung, sodass die Bedienung keine Rätsel aufgibt.

Vielversprechende Plattform

Damit kann der Impreza grossen Erwartungen, die sein Name weckt, durchaus erfüllen. Zumal er auch gewohnt preiswert bleibt: Die 1,6-Liter-Version ist ab 24150 Franken zu haben, der empfehlenswerte 2-Liter kostet ab 31650 Franken, verfügt aber auch dann schon über zahlreiche Ausstattungsmerkmale wie Klimaanlage, Tempomat oder das Sicherheitssystem «EyeSight», das beispielsweise automatische Notbremsungen einleiten kann.

Nicht zuletzt auch ist der neue Impreza ein guter Blick in die Zukunft; er ist das erste Auto, das auf der neuen «Subaru Global Plattform» aufbaut, die künftig als Basis für weitere Subaru-Modelle dient. Ein Comeback auf der Rallye-Piste wird es aber vorerst nicht geben. Leider.