Wenn grosse Namen zurückkehren, bringt das grosse Erwartungen mit sich. So auch bei Opel, wo das Kürzel GSi wieder zum Leben erweckt wurde. Bis Mitte der 1990er-Jahre sorgte die Abkürzung für «Grand Sport Injection» bei Modellen wie Corsa, Kadett und Astra für deutlich gesteigerte Emotionen. Eine Prise Rennsporttechnik, ein paar aerodynamische Anpassungen für bessere Bodenhaftung und imposantere Optik und natürlich mehr PS unter der Haube machten aus einem normalen Opel einen GSi, der die Fans glücklich machte. Das soll auch 2018 weiter Bestand haben, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Mehr Leistung gibt es für den Insigna GSi nicht. Zur Wahl stehen die bisherigen Top-Motorisierungen der Baureihe: ein 2-Liter-Biturbo-Diesel mit 210 PS und ein 2-Liter-Benziner mit 260 PS. Beide kombiniert mit Allradantrieb und einer 8-Gang-Automatik. Dass der Insignia GSi trotz gleicher Leistung mehr Laune bereitet als seine zivileren Brüder, will der Rüsselsheimer im Test beweisen. Er tritt als Limousine mit Dieselmotor an.

Sportlicher Auftritt durch klar betonte Lufteinlässe, grössere Räder und eine sportlichere Bremsanlage.

Opel Insignia GSi

Sportlicher Auftritt durch klar betonte Lufteinlässe, grössere Räder und eine sportlichere Bremsanlage.

Optisch macht der GSi seine sportlichen Ambitionen auf den ersten Blick klar, ohne dabei übertrieben dick aufzutragen. Eine überarbeitete Frontstossstange mit ausgeprägten Lufteinlässen, Seitenschweller, eine Abrisskante und zwei dicke Endrohre am Heck lassen die stattliche Limousine dynamischer erscheinen. Hinter den Felgen blitzt zudem eine grössere Bremsanlage von Brembo hervor. Die am Testwagen montierten 20-Zoll-Felgen (plus 1500 Franken) passen hervorragend ins Bild, da sie die Radkästen passend ausfüllen. Wer auf eine sportliche Optik steht, sollte sich diesen Aufpreis gönnen, muss sich aber auch bewusst sein, dass sich die grossen Räder beim Abrollkomfort bemerkbar machen. Auf schlechten Strassen mit Schlaglöchern und kurzen Wellen spricht der Insignia so gerüstet eher hölzern an und gerät leicht ins Zittern. Die serienmässigen 18-Zoll-Felgen dürften in dieser Hinsicht die bessere Wahl sein. Aber schliesslich will der Insignia GSi trotz umfangreicher Ausstattung wie Massagesitz, Adaptiv-Fahrwerk oder Matrix-LED-Licht nicht in erster Linie Komfort bieten, sondern auch eine gute Portion Fahrspass.
Die kann der GSi trotz 4,9 Metern Länge auf jeden Fall bieten. Das nachgeschärfte Fahrwerk und der 4×4-Antrieb sorgen für eine sehr neutrale Kurvenlage und zielgenaues Einlenken, auch wenn die Lenkung noch eine Spur direkter abgestimmt sein dürfte. Auf kurvigem Geläuf fühlt sich der GSi aber bestens zu Hause und erfreut den Fahrer mit erstaunlicher Handlichkeit.

Der GSi bekommt neue Sitze und hübsche Ziernähte.

Opel Insignia GSi

Der GSi bekommt neue Sitze und hübsche Ziernähte.

Einzig der Dieselmotor kann hier nicht vollends überzeugen. Wirkt er im Alltagsbetrieb noch souverän und mit 480 Nm Drehmoment sehr durchzugsstark, so ist bei flotter Fahrt eine gewisse Nervosität spürbar. Die Automatik versucht, durch tiefe Gänge und hohe Drehzahlen Sportlichkeit zu vermitteln; das behagt dem Selbstzünder, der sich bei tieferen Tourenzahlen deutlich wohler fühlt, allerdings nicht. Es fehlt ihm dann an Durchzug und auch etwas an Manieren. Insofern dürfte der Benziner mit 260 PS für die meisten die wohl bessere Wahl für den Insignia GSi sein, zumal sich der Diesel mit einem Testverbrauch von 7,4l/100km nicht sehr sparsam gibt (Werksangabe 7,1l/100km). Das GSi-Paket an sich ist aber durchaus sinnvoll und verleiht dem Insignia sportlichen Charme. Mit 54400 Franken (Benziner und Diesel) ist der GSi zudem nur gut 4000 Franken teurer als das bisherige Topmodell. Ein vertretbarer Aufpreis, für den man gut entschädigt wird.