Opel

Der Sternenhimmel

Opel Adam

Opel Adam

Hubert Kah besang in den 80ern den Sternenhimmel. Er war einer der schrägsten Exponenten der «Neuen Deutschen Welle». Eine neue deutsche (Auto)-Welle möchte auch Opel mit dem Adam lancieren.

Mit dem sehr kompakten Auto – den es auch mit Sternen-Dachhimmel gibt – will man in Rüsselsheim das Trauma der schlechten Verkaufszahlen ohne fremde Hilfe verarbeiten.  Erst gehts es aber ums Wichtigste beim Auto, ums Fahren. Und fahren tut er sehr anständig, der kleine Blitz. Wobei sich Blitz bei unserem Testwagen nur auf das Emblem bezieht. Wir fuhren den 1,4-Liter mit 87 PS. Auf dem Papier mehr als ausreichend für ein rund 1100 kg schweres Stadtauto. Aber in der Realität sieht das etwas anders aus. Der Motor fühlt sich zäh an, Leistung gibts erst bei Drehzahlen, welche man in urbanen Gegenden meiden sollte, und Durst hatte der Kleine leider auch. Der Fairness wegen wollen wir klarstellen, dass der Wagen zu Testbeginn erst 200 Kilometer auf dem Tacho hatte, es war kalt, sehr kalt sogar, und Winterreifen helfen bekanntlich auch nicht beim Spritsparen. Aber: mit einem Testschnitt von 6.9 Litern haben wir auch den Audi A6 Allroad mit 313-Diesel-PS bewegt. Opel nennt einen Wert von 5,1 L/100 km. Die von uns gestestete Motorisierung scheint uns nicht der  Weisheit letzter Schluss zu sein, das 100-PS-Triebwerk (ebenfalls ein 1400er) dürfte den Adam auch im Stadtverkehr souveräner auftreten lassen.

Sternenhimmel im Opel Adam

Sternenhimmel im Opel Adam



Doch ausser dem mässig knackigen Triebwerk und der für Opel mittlerweile - leider - typischen laschen Schalthebelführung sind wir mit unserer Kritik schon fast am Ende. Denn gelungen ist der Adam als Citycar schon. Der Opel ist nur 370 cm kurz und die Türen sind entsprechend nicht so lang, dass ein Aussteigen in engen Parklücken unmöglich wird. Und, die Ergonomie passt, man hat auf den vorderen beiden Plätzen reichlich Raum zur Verfügung.

Vielleicht hat uns der laue Motor auch darum gestört. Man hat das Gefühl, in einem viel grösseren und entsprechend auch stärkeren Auto zu sitzen. Über die hinteren brauchen wir nicht gross zu berichten. Sie sind vorhanden, aber wohl kaum einmal benutzt werden. Weil der Kofferraum im Adam nicht sonderlich gross ist (170 Liter) klappt man die Fondsitze wohl sowieso  meistens ab. Dann gibts dann immerhin 485 Liter fürs Gepäck oder die Freizeit- oder Sportausrüstung. Der Adam ist kein kleiner Billigeimer, sondern ein freches, witziges, charmantes Auto, das gegen Mini, Fiat 500, Citroën DS3 und Audi A1 antritt. Rein von der Optik her fällt der kleine Opel in dieser edlen Truppe ganz sicher nicht ab, ganz im Gegenteil: es sind ganz viele liebevolle Details, die den Adam aussergewöhnlich machen, das Dach zum Beispiel, das zu fliegen scheint, weil die C-Säule nicht auf die Grundlinie heruntergezogen wird. Die Farbgebung, die Kontraste, eine erfreuliche Eleganz auf kürzestem Raum – der Adam hat wirklich das Zeug dazu, Opel aus der Misere zu helfen.

Die Preise bei 15'450 Franken. Eine starke Ansage, auch wenns dafür nur die Basisausstattung und den 1,2-Liter-Benziner mit 70 PS gibt. Für unseren Testwagen beginnt die Liste bei 18'950 Franken. Doch zu dem Preis gibt es einfach einen Adam. Wer sich einen wirklich witzigen Kleinwagen zusammenstellen will (wir empfehlen den Online-Konfigurator zu nutzen, mit der Preisliste ist man schlicht überfordert), muss dann schon deutlich mehr ausgeben.

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