Fahrberichte

Der kleine Mann fürs Grobe

Ein Lifestyle-SUV will der XV nicht sein. Seine Stärken liegen im Gelände.

Ein Designerstück will der Subaru XV nicht sein: Seine Grundsätze lauten Funktionalität, Praktikabilität, Geländetauglichkeit. Doch kann das kompakte SUV diese erfüllen?

Erstmals gibt es den XV mit Subarus „e-Boxer“ Hybrid-Antrieb. Ein E-Motor liefert bei Bedarf bis zu 16,7PS und 66 Nm zusätzlich. Er ist in das stufenlose Getriebe integriert, die kompakte 0,6 kWh Batterie ist im Heck verbaut. Der kombinierte Verbrauch ist mit 7,9 l/100km angegeben, im Test lag er bei knapp 8,2 l/100 km.

Das stufenlose Getriebe trübt den Fahrspass

Der Schwerpunkt ist dank des flachen Boxermotors sehr tief. So liegt der hochbeinige Kompakte erstaunlich gut auf der Strasse. Abgesehen davon gehört die Langstrecke allerdings nicht zu seinen Stärken. Trotz seiner 150PS, die der XV in der Topversion „2.0i“ hat, wirkt das Auto beim Beschleunigen etwas untermotorisiert, was vor allem am stufenlosen Automatikgetriebe liegt: Der Motor wird aufheulend auf einer Drehzahl gehalten, während sich der XV in Bewegung setzt. Was im Stadtbetrieb kaum auffällt, wird bei Fahrten auf der Autobahn schnell nervig. Immerhin ist ein leider manchmal spät reagierender Spurhalteassistent zusammen mit adaptivem Tempomat und Notbremsassistent serienmässig dabei- das ist lobenswert.

Der XV ist im Gelände zu Hause

Seine wahren Stärken offenbart der XV im Gelände. Er ist keines dieser SUVs, die vordergründig für den „Grossstadschungel“ gemacht sind, ganz im Gegenteil. Der permanente symmetrische Allradantrieb und das sehr gut abgestimmte Fahrwerk sorgen für optimales Vorankommen im Gelände. 220mm Bodenfreiheit und der kurze Radstand von nur 2,7m machen den kleinen Boxer geländetauglich. Die aktive Kraftverteilung des 4x4-Systems funktioniert selbst an steilen Hängen hervorragend, und geht es auf der anderen Seite wieder bergab, so unterstützt die Bergabfahrhilfe einen im „X-Mode“ mit kleinen Bremseingriffen sanft und sicher. Auch der Motor wirkt im Geländemodus wie ausgewechselt: Stört man sich in der Stadt noch am leicht verzögerten Anfahren, erfolgt die Kraftentfaltung von Boxer und E-Motor hier angenehm direkt und fein dosierbar.

Auch sonst macht der XV klar, wofür er geschaffen wurde: breite Plastikabdeckungen an den Kotflügeln schützen den Lack nach Schlamm-Fahrten vor Steinschlägen.

Dass es dem XV eher um „Sein“ als um „Schein“ geht, zeigt auch die Ausstattung: Zwar sind auf Wunsch zahlreiche Fahrassistenten gegen geringen Aufpreis mit an Bord, der Beifahrersitz lässt sich aber selbst in der getesteten „Luxury“-Version nicht elektrisch verstellen.

Der Basispreis für den 2.0i e-Boxer liegt bei 36.500 Franken, für weniger als 4000 Franken mehr bekommt man allerdings schon die Vollausstattung. Trotzdem bekommt man auch hier kein Lifestyle-SUV: Der XV will im Gelände bewegt werden. Dort ist sein Zuhause.

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