Richtungsweisend soll er sein, der neue Touareg; so wirbt VW selbstbewusst für den neuen, grossen SUV. Das macht der 4,88 Meter lange und 1,98 Meter breite SUV sofort klar. Seine wuchtigen Abmessungen versucht er gar nicht erst zu verbergen – im Gegenteil. Die massive Chrom-Front, die breiten Schultern und ein prominenter Schriftzug am Heck beteuern unmissverständlich, dass hier der Stolz aus Wolfsburg anrollt. Besonders stolz ist man in Wolfsburg aber auf den Innenraum des neuen Touareg. Denn hier will man nun endgültig die Zukunft einläuten: Ein grosser, quer verbauter Touchscreen mit fast 40 Zentimetern Bilddiagonale ersetzt nahezu alle Knöpfe und Tasten. Die Darstellung auf dem Monitor lässt sich fast grenzenlos personalisieren. Mit den gängigen, von Smartphone und Tablet bekannten Gesten lässt sich das System, das nahezu alle relevanten Funktionen steuert, schon nach kurzer Eingewöhnung recht einfach bedienen. Ergänzt wird das grosse Zentraldisplay durch die voll digitalen Instrumente, die auf Wunsch beispielsweise auch die Navi-Karte gross und übersichtlich darstellen können. Wer so viel Zukunft erleben will, muss dafür aber auch bezahlen: 3030 Franken für das «Innovision Cockpit» und weitere 1300 Franken für das grossflächige und gestochen scharfe Head-up-Display als sinnvolle Ergänzung. Wer weitere 1830 Franken zuzahlt, kann sich im digitalen Cockpit auch das Bild der Nachtsicht-Kamera in der Front anzeigen lassen. Sie markiert Fussgänger bei Dunkelheit und warnt diese mit Lichtblitzen aus den ebenfalls optionalen LED-Matrix-Scheinwerfern (2060 Franken). In der Basisausstattung kostet der neue Touareg ab 69 900 Franken mit 3-Liter-Diesel und 231 PS; die stärkere Variante mit 286 PS kostet ab 76 400 Franken. Die Preise für den 3-Liter-Benziner mit 340 PS sind noch nicht bekannt. Dasselbe gilt für den 4-Liter-V8-Diesel mit 421 PS, der ebenfalls noch dieses Jahr folgt. Den nicht zuletzt auch fürs Markenimage enorm wichtigen Plug-in-Hybrid mit 367 PS verkauft VW zunächst nur in China. Ob es an Produktstrategien oder an Produktionskapazitäten liegt, ist nicht bekannt. Bedauernswert und unverständlich ist diese Entscheidung aber allemal. Erst recht, weil der neue Touareg seinem Anspruch von grenzenlosem Hightech ansonsten tadellos gerecht wird.

Das Fahrwerk, aufgerüstet mit Allradlenkung und Luftfederung (2860 Franken Aufpreis), vermittelt viel Sicherheit und vor allem höchsten Fahrkomfort. Die Allradlenkung hilft zudem, den grossen SUV deutlich handlicher erscheinen zu lassen. So kann der Touareg auch sein konzeptbedingt hohes Gewicht von fast 2,1 Tonnen (gut 100 kg weniger als beim Vorgänger) gekonnt verstecken. Spürbar wird die Masse nur beim Anfahren oder beim zügigen Beschleunigen, beispielsweise beim Überholen. Dann gönnt sich die Kombination aus V6-Diesel mit 286 PS und serienmässiger 8-Gang-Automatik eine spürbare Gedenksekunde Zeit, bevor die 600 Nm Drehmoment auch an den Rädern wirken. Das lässt den Touareg unnötig behäbig erscheinen. Dafür überzeugt der Selbstzünder mit vibrationsfreiem Lauf und sehr tiefem Geräuschpegel, was vor allem an der guten Schallisolierung des Innenraums liegt. So fühlt sich der Touareg vor allem auf langen Reisen auf der Autobahn wohl – dank 810 bis 1800 Litern Kofferraum (113 Liter mehr als beim Vorgänger) und gutem Platzangebot auf allen Sitzen sind diese auch mühelos möglich. Wer es schafft, den angegebenen Werksverbrauch von 6,9 l/100 km einzuhalten, dürfte mit dem optionalen 90-Liter-Tank (120 Franken) ordentliche Reichweiten erzielen; auch wenn ein bis zu 3,5 Tonnen schwerer Anhänger mitfährt, oder ein Abstecher ins Gelände Teil des Plans ist (Bodenfreiheit mit Luftfahrwerk bis zu 29 Zentimeter). So ist der neue Touareg mehr denn je ein echtes Multitalent; vor allem aber, wenn die richtigen Kreuze bei den Sonderausstattungen gesetzt werden.