Er ist der vernünftigste und erschwinglichste Einstieg in eine edle Welt: der Porsche Macan. Zwar ist er mit einem Grundpreis von 79 900 Franken nicht ganz der Preiswerteste, den 718 Cayman gibt es bereits ab 73 100 Franken, doch bietet er deutlich mehr Nutzwert als die zweisitzigen Sportwagen.
Mit Platz für fünf und einem geräumigen Kofferraum (500 bis 1500 Liter) ist er uneingeschränkt alltagstauglich, was er im Test auch tadellos unter beweis stellt. Vorne verwöhnt er mit bequemen Sitzen und viel Verstell-Spielraum für Sitze und Lenkrad, sodass man schnell eine gute Position findet. Hinten bietet das SUV ausreichend Kopf- und Beinfreiheit sowie eine bequem gepolsterte Rückbank.
Mit der Modellpflege hat Porsche dem Macan die neue Generation des Navi- und Infotainmentsystems spendiert. Das System mit grösserem Touchscreen (10,9 Zoll, bisher 7,2) funktioniert verständlich und lässt sich ohne Rätsel bedienen – eine Verbesserung zum bisherigen System. Nicht ganz so modern wirken dafür die zahlreichen Tasten auf dem Getriebetunnel, die Porsche bei der Überarbeitung unangetastet beliess. Vor allem die Bedienung der Klimaanlage wirkt hier etwas umständlich. Hat man sich allerdings erst einmal an die Anordnung der zahlreichen Knöpfe gewöhnt, findet man sich besser zurecht. Zudem wirkt das Cockpit sehr hochwertig und solide verarbeitet, wie es sich für einen Porsche gehört.

Gut. Aber gut genug?
Schon im Februar 2018 hat Porsche die Diesel-Modelle komplett aus dem Programm gestrichen. Das ist vor allem für das Einstiegs-SUV Macan einschneidend. Hier war der 3-Liter-Selbstzünder mit 258 PS besonders beliebt.
Wer den Porsche möglichst effizient bewegen will, muss nun zum 2-Liter-Vierzylinder aus dem VW-Konzernregal greifen. Im Alltag macht der immerhin 1870 kg schwere Allradler eine überraschend gute Figur. Er hat mit 245 PS und 370 Nm Drehmoment ab 1600 Umdrehungen genügend Kraftreserven für souveränes Mitschwimmen im Verkehr und wirkt dabei zurückhaltend ruhig.
Einen grossen Anteil am stimmigen Eindruck trägt das serienmässige 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das die Gänge treffsicher und ohne Ruckeln sortiert. Der Motor dreht immer in seiner Wohlfühl-Drehzahl und kann sich so von seiner besten Seite zeigen.
Den Normverbrauch von 8,1 l/100 km verfehlt der Macan im Test knapp; mit 8,8 l/100 km ist er aber für ein SUV dieser Klasse vernünftig unterwegs. Nach objektiven Kriterien ist die Basismotorisierung für den Macan also durchaus empfehlenswert. Doch sorgt der grosse Name «Porsche» vielleicht für etwas höhere Erwartungen. Sowohl wenn es um die Beschleunigung geht (0–100 km/h in 6,7 Sekunden), vor allem aber beim Klang, wo der Vierzylinder eher brav und farblos bleibt.
Wer darauf Wert legt, sollte den Macan S mit V6-Benziner und 354 PS ins Auge fassen, der mit mindestens 85 500 Franken aber auch ein Stück teurer ist. Aber: Der Basis-Macan zeigt auch, dass sich ein Porsche nicht allein über den Motor definiert. Gerade mit dem leichteren Vierzylinder-Motor unter der Haube wirkt der Macan für ein SUV sehr fahraktiv und erfreut mit seiner direkten und präzisen Lenkung. Das Fahrwerk wurde mit der Modellpflege nochmals leicht verbessert, zudem verfügt der Testwagen über die optionale Luftfederung (Aufpreis 3200 Franken).
Das Fahrwerk stemmt sich erfolgreich gegen zu viel Seitenneigung in Kurven, wirkt aber auch auf schlechten Strassen nicht zu straff. Einzig die grossen 21-Zoll-Räder neigen auf Unebenheiten zum leichten Poltern. Wer mehr Fahrkomfort und dafür eine etwas dezentere Optik sucht, spart sich diese kostspielige Option für 4860 Franken.


Gelungenes Paket
So kann der Macan durchaus auch Fahrspass bieten, wirkt dabei aber nicht so spektakulär, wie man das vielleicht von einem Porsche erwartet. Im Alltag stört das aber kaum: Der Macan ist ein gelungenes SUV mit vielen Talenten.
Allerdings hat das auch seinen Preis. Zum Grundpreis kommen teure Extras, womit sich der Preis auch auf mehr als 100 000 Franken erhöhen kann. Empfehlenswert, nebst der Luftfederung, sind auf jeden Fall das Panorama-Schiebedach (1960 Franken), der Stau-Assistent mit Radartempomat (3100 Franken) sowie die Komfortsitze (1800 Franken).