Mini

Es war einmal…

Mini Cooper S

Mini Cooper S

Die 3. Generation des BMW-Mini ist wieder einmal gewachsen, die Kunden wollen das so – ein erster Fahreindruck.

Der «echte» Mini, einst, gebaut ab 1959, mass nur gerade 3,05 Meter. Der Neue, intern als F56 bezeichnet und die 3. Generation des BMW-Mini, kommt jetzt auf 3,82 Meter. Das sind 98 Millimeter mehr als sein Vorgänger (R56), breiter ist er auch, um 44 Millimeter, und höher, um 7 Millimeter. Die Kunden, sagt BMW, haben das so gewünscht, mehr Platz allerorten. Wir haben uns dann hinten reingesetzt und tatsächlich mehr Kniefreiheit verspürt (der Radstand wuchs schliesslich auch um 28 Millimeter). Und wir haben in den Kofferraum geschaut und gesehen, dass da wirklich mehr Raum ist (offiziell sind es 50 Liter mehr, aber halt immer noch derer 211, das ist auch in dieser Kategorie nicht rekordverdächtig). Aufgabe erfüllt also. Dass der Mini mit diesem weiteren Grössenzuwachs halt wieder etwas vom einstigen Charme verliert, beklagen nur die Ewiggestrigen. Nicht wirklich verständlich ist in diesem Zusammenhang aber, dass der F56 als «das Original» beworben werden wird.

Das hat natürlich alles seine Gründe, dieser Zuwachs, es sind nicht bloss Kundenwünsche. Auch wichtig: die Sicherheit. Und wohl noch wichtiger: Der neue Mini teilt in Zukunft die Plattform mit den neuen, frontgetriebenen BMW-Modellen, das erste Beispiel, der «Active Tourer», wird seine Weltpremiere auf dem Genfer Salon Anfang März feiern. Und da geht es um Gleichteile. Auch innen ist viel geschehen. Wir loben das neue Head-up-Display. Wir loben auch das jetzt mittig so schön grosse Navi und all die anderen Dinge, die sich über den dortigen Bildschirm bedienen lassen, das erscheint tatsächlich als Fortschritt – und eine schöne Lösung, wie man ein traditionelles Instrument umnutzen kann. Wir finden auch den Start/Stopp-Schalter in Rot fein und edel. Die Sitze waren schon immer gut und sind es noch, wir hatten aber den Eindruck, dass die Sitzposition etwas höher liegt. Auf höchstem Niveau liegen auch die (gegen Aufpreis erhältlichen) Assistenz-Systeme sowie die Möglichkeiten, sich über Internet zu verbinden. Auf diesem Gebiet gehört die BMW-Gruppe zu den führenden Herstellern weltweit. Einen ersten Fahreindruck durften wir mit zwei Versionen erleben. Zuerst dem Cooper S, 2-Liter-Vierzylinder, Twinscroll-Turbo (das ist aber nur einer ...), Direkteinspritzung, Valvetronic und 192 PS, 6-Gang-Automatik. Und dann den Cooper, 1,5-Liter-3-Zylinder, Twinscroll-Turbo (ebenfalls nur einer), Direkteinspritzung, Valvetronic und 136 PS, manuelles 
6-Gang-Getriebe. Er geht gut, der Cooper S, die 280 Nm maximales Drehmoment, die zwischen 1250 und 4750/min anliegen, sind feinst. Und man kann auch nicht jammern über den Automaten, der macht seine Sache gut, am besten in der Stellung «Sport» und dann händisch bedient. Und nein, man muss ein Doppelkupplungsgetriebe nicht vermissen. Aber man kann.

Sehr gespannt waren wir dann auf den komplett neuen 3-Zylinder. Der 1,5-Liter im Mini ist erstaunlich ruhig. Man muss ihn schon fast ein bisschen prügeln, bis er endlich Laut gibt. Und dann tut er das alles andere als unangenehm. Auch ist er, zumindest im Cooper, gut im Saft, 220 Nm maximales Drehmoment zwischen 1250 und 4000/min, das ist ganz anständig, reicht auf jeden Fall für ein flottes Vorwärtskommen. Dem Getriebe hätten wir allerdings etwas klarer definierte Schaltebenen gewünscht. Gemäss Norm verbraucht der Cooper nur noch 4,5 Liter auf 100 Kilometern; wir sind dann gespannt, wie das in der Realität aussieht.

Die erste Generation des BMW-Mini (R50, ab 2001) hatte damals die Fahrdynamik für frontgetriebene Fahrzeuge neu definiert, die Fahrfreude auf ein höheres Level gebracht. Auch beim neuen Mini beschwört der englische Hersteller das «Gokart-Feeling». Wir können das leider in dieser Form nicht bestätigen, was nicht am Fahrzeug liegt, sondern an den Teststrecken, auf denen der F56 nicht so richtig gefordert werden konnte. Was wir aber gespürt haben: besseren Komfort, das war auch so ein Kundenwunsch, und da ist es auf jeden Fall vorwärtsgegangen, nichts ist mehr mit fiesem Hoppeln über schlechte Strassen. Den neuen F56 gibt es ab 23’500 Franken (die günstigsten «neuen» R56 sind übrigens ab 16’900 Franken zu haben). Der neue Cooper kostet ab 25’900 Franken (plus 1800 Franken gegenüber dem Vorgänger), der Cooper S ab 30’700 Franken (plus 400 Franken). Doch man weiss ja, wie das so ist bei den Mini mit den Basis-Modellen, da ist immer noch viel Platz für zusätzliche Sonderausstattungen.

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