Er sieht schon sehr schnittig und doch elegant aus, sicher optisch einer der gelungensten Kombis aus Fernost. Nur 147 cm hoch ist der i40 Wagon von Hyundai, was zusammen mit der Länge von 477 cm und der Breite von 181 cm den Wagen ziemlich sportlich-geduckt aussehen lässt. Das Rezept ist ja bekannt, weniger Höhe bringt optisch mehr Dynamik, weniger Luftwiderstand (jedenfalls in den meisten Fällen) und eine hohe Gürtellinie. Das ist alles wunderbar, aber es soll nicht verschwiegen werden, dass dies auch Nachteile mit sich bringt.

So werden die Fensterflächen beispielsweise ziemlich klein, was der Rundumsicht (insbesondere nach schräg-hinten) nicht gerade zuträglich ist. Und auch mit der Kopffreiheit ist es nicht so weit her. Zumindest bei unserem Testwagen in der Topversion Vertex. Denn der hat ein elektrisches Glasschiebedach an Bord, welches den Kopfraum zusätzlich einschränkt. Menschen mit einer Körpergrösse über 185 cm sollten deshalb genau austesten, ob sie eine angenehme Sitzposition finden. Immerhin stimmt die restliche Ergonomie, insbesondere die Sitzflächen sind lang genug, um auch die Oberschenkel von langbeinigen Zeitgenossen angenehm zu stützen. Das Positive an der Topversion ist natürlich, dass sie eigentlich alles schon mit an Bord hat, was auf der Aufpreisliste steht. Für 37990 Franken bekommt man also einen Kombi, dem es an nichts fehlt. Sogar eine Rückfahrkamera mit guter Auflösung ist verbaut, das mindert den Makel bei der geringen Übersichtlichkeit etwas.

Hyundai i40 Wagon

Hyundai i40 Wagon

Beheizte und belüftete Sitze zum Beispiel gibt es bei einigen Herstellern in dieser Fahrzeugklasse nicht einmal gegen Aufpreis. Genauso wenig wie ein schnell agierendes Navigationssystem, das erst noch einfach zu bedienen ist. Hyundai ist vielleicht nicht der grosse Technologieführer in diesem Bereich, aber man ist auf Augenhöhe mit den Grossen im Infotainmentbereich. Bei einem Kombi wichtig ist natürlich der Laderaum. Als Fünfsitzer passen maximal 553 Liter hinter die Fondsitze. Klappt man die Rückenlehnen ab, sind es 1720 Liter. Ein durchaus ansehnlicher Wert, und dies trotz der geringen Fahrzeughöhe. Dazu gibts ein einfaches, aber effektives System zur Ladungssicherung und eine angenehm tief liegende Ladekante. Kombi kann man also bei Hyundai.


Seit dem Facelift ist der Hyundai i40 Wagon nur noch mit dem 1,7 Liter grossen Vierzylinder-Diesel zu bekommen. In unserem Fall leistet das Triebwerk immerhin 141 PS (es gibt eine Version mit 115 PS, aber nur für die Limousine) und bietet ein maximales Drehmoment von 280 Nm. Alles anständige Werte, aber so richtig will die Leistung nicht zur Optik passen. Der Diesel ist im Normalfall sehr leise, er wird erst knurrig, wenn man ihm tatsächlich die 141 PS abverlangt. Nicht restlos überzeugt hat uns das Doppelkupplungsgetriebe. Eine gesunde Portion Anfahrverzögerung animiert den Fahrer, noch mehr aufs Gaspedal zu drücken. Was wiederum die Vorderräder dazu animiert, trotz 225er-Reifen den Halt zu verlieren. Man muss sich wirklich erst an die automatische Kupplung gewöhnen. Ein manuelles Schaltgetriebe ist für den Kombi leider nicht lieferbar.

Aber, gerade im heimischen Verkehr ist man ja eh meist sehr entspannt unterwegs. Und da gibts sich der Hyundai sehr sparsam, 5,0 Liter pro 100 Kilometer versprechen die Koreaner im Schnitt. Wir kamen zwar nicht ganz an diesen Wert heran, aber 5,9 l/100 km sind auch sehr okay für ein universell einsetzbares Fahrzeug dieser Grösse. Das Paket stimmt also, schade nur, dass es ein wenig an der Emotionalität fehlt. Die Hülle verspricht mehr, als drinsteckt. Doch das gilt wirklich nur für die Fahrdynamik, der Rest kann sich mit den Konkurrenten aus Europa durchaus messen.