Chevrolet
Ein starker Abgang

Im Dauertest über ein Jahr hat der Chevrolet Trax bewiesen, dass er das Zeug hätte, in Europa erfolgreich zu sein.

Markus Chalilow
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Chevrolet Trax

Chevrolet Trax

HO

Chevrolet zieht sich mit den Modellen der Kompakt- und Mittelklasse aus Europa zurück. Vor 13 Monaten aber war alles noch ganz anders. Ein nagelneuer Chevrolet Trax trat seinen Dauertest bei uns an. Strahlend weiss war er, mit einem 1400er-Turbomotor bestückt und mit einem manuellen Sechsganggetriebe ausgerüstet. Das Schwestermodell des Opel Mokka sollte unter Beweis stellen, dass die kleinen Fahrzeuge von Chevy problemlos ein Jahr Testbetrieb durchstehen. Aber eben: damals ging man ja auch davon aus, dass man das Auto auch nach Abschluss des Dauertests noch kaufen kann. Doch mittlerweile hat General Motors beschlossen, die Marke Chevrolet in Europa auf die US-Modelle wie Corvette oder Camaro zu schrumpfen. Um Opel zu stärken, wie es heisst.

Diese Polemik soll nicht das Problem des Dauertestwagens sein. Denn der hat tatsächlich bewiesen, dass er eigentlich alles kann. Lange Reisen ebenso wie Fahrten über verschneite Pässe (4×4 sei Dank), Einkaufstouren ebenso wie materialmordende Kurzstrecken-Phasen. Natürlich ist das kleine SUV kein Rennfahrzeug – 140 PS und 200 Nm leistet der kleine Benziner. Das reicht, um einigermassen flott voranzukommen. Das Getriebe fühlt sich nicht ganz so hakelig, an wie dies bei einigen Opel-Modellen der Fall ist. Und das ist wichtig, denn der Motor braucht Drehzahl, um die Fuhre in Schwung zu bringen. Fast genau 1,4 Tonnen wiegt der Fünfsitzer. Entsprechend fühlt sich der Trax auch bei Kurvenfahrt an. Das Gewicht und der relativ hohe Schwerpunkt lassen den Allradler schaukeln. Nie so, dass es brenzlig würde, aber halt doch deutlich spürbar. Relativ hohes Leergewicht und ein Motor, der gedreht werden will – das klingt nach hohem Verbrauch. Und das ist auch so, jedenfalls dann, wenn man den Chevy forciert. Über die knapp 22 000 Kilometer verbrauchte der Chevy genau 7,7 Liter pro 100 Kilometer. Und das ist viel mehr, als Chevrolet verspricht, gemäss Norm sollten es 6,4 Liter sein.

Doch der Preis relativiert das Ganze dann wieder etwas. Den Chevy gab es ab 31’000 Franken in der besten Ausführung inkl. Klimaanlage und Rückfahrkamera, Ledersitzen und Tempomat. Als speziell zu taxieren ist auch das Navigationssystem, welches als Handy-App ausgelegt war. Hatte man das App auf dem Smartphone, klappte das Navigieren ganz wunderbar. Schade nur, dass die Ladeleistung der USB-Steckdose so gering ist, dass sich das Handy beim Navigieren nicht aufzuladen vermag. Und das Kartenmaterial ist nicht wirklich billig, dafür sind Updates sehr einfach vorzunehmen.

Was soll man abschliessend zu einem Auto sagen, das es de facto nicht mehr gibt? Dass man sich bei Kauf eines gebrauchten Trax keine Sorgen zu machen braucht? Erstens ist die Opel/ Chevrolet-Technik ausgereift; zweitens will man bei GM dafür sorgen, dass die Ersatzteilversorgung auch in einigen Jahren noch kein Problem ist. In dem Jahr bei uns hat der Trax jedenfalls keinen falschen Ton von sich gegeben, blieb nie liegen und war trotz der hohen Ladekante und des nur durchschnittlichen Ladevolumens (356 bis 1370 Liter) bei allen Fahrern beliebt.