Der mächtige Bau am Porscheplatz in Zuffenhausen gehört sicher zu den schönsten Automobilmuseen in Europa. Und ein Besuch lässt sich prima auch mit dem Museum von Mercedes (die Entfernung beträgt nur 9 km) kombinieren. Bis Mitte Januar 2015 gibt es einen zusätzlichen Grund, die Porsche-Sammlung zu besuchen. Die Sonderausstellung «Projekt: Geheim!» zeigt zum ersten Mal 16 einmalige Fahrzeuge, die grösstenteils nie vorher öffentlich ausgestellt wurden. Das Spektrum der präsentierten Fahrzeuge umfasst geheime Studien, getarnte Prototypen sowie einzigartige Rekord-, Erprobungs- und Forschungsfahrzeuge.

Viele gute Ideen aus dem Entwicklungszentrum in Weissach (dort arbeiten derzeit 4500 Personen) schaffen es aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht bis in die Serienproduktion. Trotzdem werden sie häufig in Form von Forschungsprojekten oder Studien umgesetzt. Vieles spielt sich dabei natürlich im Verborgenen ab, denn eine gute Idee findet immer schnell Nachahmer. Daher verlassen viele der geheimen Studien und Entwicklungsfahrzeuge das Entwicklungszentrum nie. Nach Projektabschluss werden sie üblicherweise verschrottet. Die wichtigsten oder spannendsten Projekte aber wurden in den Fundus des Porsche-Museums übergeführt. Aus ihm kommen sie im Rahmen dieser Sonderausstellung zum ersten Mal ans Licht der Öffentlichkeit.

Alle 16 Fahrzeuge der Sonderausstellung sind Einzelstücke. Entweder weil nur ein Exemplar gebaut wurde, oder weil die «Brüder» der Schrottpresse zum Opfer fielen. Etwa das 1973 entwickelte Langzeitauto (FLA), welches doppelt so lange halten sollte wie ein konventionell gefertigtes Fahrzeug, aber auch rund ein Drittel teurer war. Weitere Projekte dieser Ära sind etwa der Weltrekordwagen Porsche 924 oder der Typ 995. Aus den 1980er-Jahren stammen sieben Exponate, darunter ein Porsche 959 Aerodynamik-Prototyp, ein 928 Cabriolet sowie die nie zuvor gezeigte Roadster-Studie Typ 984.
Ebenfalls erstmals präsentiert wird der Prototyp des Hochleistungssportwagens Porsche 965 mit einem wassergekühlten V8 (von Audi) im Heck. Aus den 1990er-Jahren stammen nicht realisierte Projekte wie der viertürige «Familien-Sportwagen» Porsche 989, dessen Design richtungsweisend für künftige Fahrzeug-Generationen und den Panamera werden sollte. Ebenso einzigartig ist der Aggregateträger Typ 986 A4. Der Prototyp auf Basis eines Porsche 911 Targa (Typ 964) wurde zur Erprobung des Mittelmotor-Konzeptes der Boxster-Baureihe eingesetzt.

Aus der jüngeren Vergangenheit stammt ein getarnter Prototyp des Porsche Panamera, der Einblicke in die umfangreiche Erprobung neuer Modelle gibt. Nicht zuletzt finden sich auch aktuelle Themen wie die Hybridtechnologie in der Sonderausstellung wieder. Als Technologieträger der Zukunft ist das «Rolling Chassis» des Supersportwagens 918 Spyder zu bestaunen. Für Familien wird an den Sonntagen vom 16. 11., 14. 12., 28. 12. und 4. 1. 2015, von 14 bis 17 Uhr, ein besonderes Programm geboten. Neben einer Führung durch die Sonderausstellung nehmen die Familien an einer Schnitzeljagd teil und tarnen selbst ein 918-Spyder-Modell.

Eine vorherige Anmeldung über den Besucherservice unter der E-Mail-Anschrift info.museum@porsche.de wird aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfohlen. Und nicht zu vergessen: Stuttgart bietet einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands – so ist bei einem Trip ins Museum für alle Familienmitglieder etwas dabei.