Mazda
Ein Abschied – fast unter Tränen

Nach einem Jahr haben wir den Mazda 6 Wagon aus seinem Dauertest-Dienst entlassen. Und wir haben das nicht gerne getan.

Markus Chalilow
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Mazda 6 Wagon

Mazda 6 Wagon

HO

Solide Kombis sind heute nicht mehr einfach zu bekommen. Viele Hersteller stecken all ihren Hirnschmalz in Minivans oder SUV-Crossover-Modelle. Wer aber den klassischen, hohen Nutzwert bietenden Kombi sucht, der wird zum Beispiel bei Mazda fündig. Der Mazda 6 Wagon gehört zur Gattung der stillen Arbeiter, ein Auto, dessen Vorteile man erst nach einer gewissen Zeit oder einer gewissen Anzahl Kilometer wahrnimmt. Nach dem Start des Dauertests attestierten wird dem grossen Vierzylinder unter der Haube (2,5 Liter, 192 PS) eine nicht sehr sportliche Leistungsentfaltung . Das mag auch an der Sechsstufenautomatik liegen, welche die Gangwechsel zwar sanft, aber nicht gerade rasend schnell ausführt. Doch wir haben uns an die Leistungsentfaltung des Japaners gewöhnt, erfreuten uns an der leichten Bedienbarkeit und vielen Kleinigkeiten.

So zum Beispiel am automatischen Gepäckraumrollo, welches ganz ohne elektrischen Antrieb auskommt und trotzdem automatisch den Laderaum freigibt, wenn man die Heckklappe öffnet. Gespickt ist der Mazda auch mit viel Technik. Benzin-Direkteinspritzung, ein Bremsenergie-Rückgewinnungs system, wie es in ähnlicher Form in der Formel-1 verwendet wird, sowie die straffe, aber nie unbequeme Federung. Und auch beim Verbrauch hat sich nach den ersten Kilometern noch einiges getan. Nach über 25 000 Kilometern mit dem Japaner erreichten wir einen Durchschnittswert von 7,1 Liter pro 100 Kilometer. Das ist zwar kein Traum-Resultat (Mazda gibt 6,4 L/100 km als Verbrauch an), angesichts der Leistung, des Platzangebots und vor allem des Geräuschkomforts (der immer auch zulasten des Gewichts geht) mehr als respektabel. Klar, einmal liess uns der Mazda auch stehen, eine defekte Zündspule war der Grund, dass wir in Dänemark strandeten.

Wie gesagt ist uns der Japaner in dem Dauertest-Jahr ans Herz gewachsen. Auch, weil er kein Blender ist, sondern seine Transportaufgabe souverän erledigt und lange Etappen zum Beispiel mit der hervorragenden Soundanlage verkürzt. Kommt dazu, dass die dynamische Optik auch nach über einem Jahr noch überzeugt – und das ist längst nicht bei allen aktuellen Automodellen so. Sayonara Mazda 6.