Nissan
Downsizing - richtig gemacht

Noch vor einigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, ein ausgewachsenes SUV wie den Nissan Qashqai mit einem winzigen 1,2-Liter-Benziner auszurüsten. Der Nissan Qashqai ist das beste Beispiel dafür, dass es funktionieren kann.

Markus Chalilow
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Nissan Qashqai

Nissan Qashqai

HO

Dank modernster Einspritzsysteme und Turboaufladung setzen mittlerweile eine ganze Reihe von Herstellern auf diese Technologie, welche vor allem eines soll: Den Verbrauch deutlich senken. Bei einigen Anbietern funktioniert das mehr schlecht als recht, bei Nissan scheint die Rechnung aufzugehen. Der Vierzylinder unter der Haube leistet 115 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 190 Nm. Natürlich gibt es ein manuelles Sechsganggetriebe, eine automatische Stopp/Start-Funktion und einen Normverbrauch laut Werk von 5,6 Liter pro 100 Kilometer. Das ist wenig für ein 438 cm langes Auto, welches rund 1350 kg auf die Waage bringt. Zumindest in der Theorie. In der Praxis überraschte uns der Nissan dann positiv. Zwar war der vorgegebene Normverbrauch nicht erreichbar, mit einem Schnitt von 6,2 l/100 km kann man aber durchaus leben. Natürlich ist der Qashqai mit dieser Motorisierung kein Sportwagen – aber es reicht locker zum Mithalten im helvetischen Verkehr. Zudem ist der Antriebsstrang angenehm leise, das Getriebe leicht zu bedienen und auch der Nutzwert kommt nicht zu kurz. 430 Liter an Kofferraumvolumen sind es mindestens – das ist nicht Spitze, aber auch nicht schlecht. Zudem gibt es wirklich sinnvoll positionierte Ablagen und viel Stauraum für allerlei Kleinkram. Auch gut: Die Multimedia-Anbindung, also das Koppeln vom Smartphone, der Musikstream und so weiter, funktioniert einfach und ist nahezu selbsterklärend.

Wer die zweite Sitzreihe nicht be nötigt, kann den Stauraum auf 1585 l erweitern. Und das ist eine ganze Menge. Ein kleiner Schwachpunkt ist allerdings zu vermelden. Mit dem DIG-T genannten Motor verringert sich die Anhängelast auf 1200 Kilogramm, 200 kg weniger als beim Diesel und satte 600 kg weniger als beim Diesel mit 4×4. Auf der Strasse fühlt sich der neue Qashqai an wie ein ganz normales Auto. Die Seitenneigung des Aufbaus, das Untersteuern in Kurven und die Bremsleistung entsprechen dem, was in dieser Klasse üblich ist. Irgendwie leistet sich der Nissan keine Schwächen. Innen gibts genügend Platz, die Sitze sind bequem und die Übersicht dank der leicht erhöhten Sitzposition prima. Die Fensterfläche wurde im Vergleich zum Vorgänger zwar nicht wirklich grösser, trotzdem hat man den subjektiven Eindruck, der neue Crossover aus der Renault/Nissan-Allianz sei übersichtlicher.

Der neue Qashqai ist serienmässig mit einigen Assistenzsystemen ausgerüstet, die bei der Konkurrenz nur gegen Aufpreis oder gar nicht zu bekommen sind. Spurhalteassistent und Notbremsfunktion sind ebenso an Bord wie die Verkehrszeichen-Erkennung. Zumindest bei den in der Schweiz meistverkauften mittleren und hohen Ausstattungsversionen. Den Qashqai mit dem kleinen, feinen Motor gibt es ab 24’990 Franken, die in der Schweiz besonders beliebte Version Acenta steht ab 28’640 Franken bei den Nissan-Händlern. Allerdings muss man, sollte man sich für den kleinen Benziner entscheiden, auf einen Allradantrieb verzichten. 4×4 gibt es ausschliesslich in Kombination mit dem ebenfalls neuen 1,6-Liter-Dieseltriebwerk. Allen Modellen gemein ist die Garantie von drei Jahren oder 100’000 Kilometern, was wir als Mittelmass taxieren.