Levorg statt Legacy heisst es nun bei Subaru. Aber nicht nur der Name hat sich geändert, sondern auch der Ansatz. Denn der Levorg ersetzt den Legacy, der in seiner Version (5. Generation) von Design, Abmessungen und Anspruch ganz klar auf die USA zugeschnitten war. Entsprechend bescheiden war der Erfolg der letzten Legacy-Generation in der Schweiz und in Europa. Nun hat man mit dem Levorg wieder die Europäer im Fokus. Das neue Modell entspricht in seinen Abmessungen beinahe exakt dem Legacy der vorletzten Generation, ist ein klassischer Kombi und hat vor allem: einen richtig gut gemachten Innenraum.

Die optische Erscheinung ist bei Subaru ja so eine Sache. Vor allem die grosse Lufthutze auf der Motorhaube gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Doch bei Subaru erfüllt sie – im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern, die so eine Hutze auch verbaut haben – einen Zweck. Sie leitet Kühlluft zu dem liegend auf dem Boxermotor montierten Ladeluftkühler. Und dieser Motor ist ganz neu. Man hat sich bei den Japanern auch für eine Art Downsizing entschieden. Zwar sind es immer noch vier Zylinder, aber der Hubraum beträgt nur 1,6 Liter. Der Levorg-Motor verfügt zudem über einen Turbolader, Benzindirekteinspritzung und ein Stopp-Start-System. 170 PS leistet der Vierventiler und bietet ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Sicher sind das im Vergleich zu der Konkurrenz, zumindest auf dem Papier, keine berauschenden Zahlen – aber im Fahrbetrieb macht der Subaru seine Sache richtig gut.

Subaru Levorg

Subaru Levorg

Beeindruckend ist auch, wie leise und vibrationsarm der Vierzylinder seinen Dienst verrichtet. Man muss schon ganz gut hinhören, um zu merken, dass ein Boxermotor unter der Haube seine Arbeit tut. Gekoppelt ist der Motor an ein CVT-Getriebe mit sechs virtuellen Gangstufen. Subaru hat es geschafft, dass «Lineartronic» genannte Getriebe zum besten CVT auf dem Markt aufzurüsten. Das Getriebe macht seine Sache gut, braucht beim Anfahren aus dem Stand vielleicht etwas Zeit, aber im Grossen und Ganzen ist es prima.

Genauso prima wie die Fahrwerksabstimmung. Etwas sportlich, aber weit entfernt von einem harten Sportfahrwerk. Dabei hätte der Wagen durchaus die Anlagen zum Sportauto. Schliesslich entstammt der ganze Vorderwagen dem des scharfen STI-Impreza aus den USA, der dort mit seinen bis zu 300 PS fast schon als Supersportler durchgeht. Der Wagen federt kommod, lässt aber locker eine etwas schärfere Gangart zu. Ein sehr gelungener Kompromiss. Traktion ist natürlich nie ein Thema, wie es sich für einen Subaru gehört, ist auch der Levorg ein Allradler.

Innen ist der neue Japaner wirklich sehr gelungen. Dort hat sich in unseren Augen absolut am meisten getan. Sehr gute Verarbeitung, schön integriertes, leicht bedienbaren Navisystem (Touchscreen) mit allen nötigen Konnektivitätsmöglichkeiten, eine grosse Anzahl an USB-Buchsen im ganzen Auto. Und dazu gute Sitze, ein handschmeichlerisches Lenkrad und viel Platz. Und zwar nicht nur im Kofferraum (522 bis 1446 Liter) sondern auch für die Fondpassagiere. Im 469 cm langen Wagen fühlt man sich also nicht nur wohl, man kann auch viel mitnehmen.

Auch beim Verbrauch scheint Subaru die ehrliche Schiene zu fahren. Man könnte mit einem solchen Antrieb sicher etwas von 5,9 Liter pro 100 Kilometer schreiben. Aber Subaru nennt einen Verbrauch von – je nach Ausstattung – 6,9 bis 7,1 Liter pro 100 Kilometer. Und das scheint uns sehr realistisch. Jedenfalls wenn wir uns den Durchschnittsverbrauch bei den ersten Testfahrten ansehen. Die Preise des bereits lieferbaren Subaru Levorg beginnen bei 27'900 Franken. Für das in der Schweiz wohl gefragteste Modell «Swiss S» müssen mindestens 34'400 Franken auf den Tisch gelegt werden. Dafür gibts aber einen ehrlichen Kombi mit viel Ausstattung, viel Platz und einem echt gut gemachten Innenraum.