Lexus

Die wahren Hybrid-Vorteile bei Lexus

Lexus GS 450h

Lexus GS 450h

Es gibt drei Varianten der GS-Reihe von Lexus, den GS450h, den GS350 AWD und den GS250. Doch nur einer ist eine gute Wahl.

Einst ging es um das Leistungsgewicht. Da wurde ausgerechnet, wie viele Kilogramm Auto von einem PS bewegt werden müssen. Später wurde dann, vor allem von Subaru, auch gerne ein Wert von Franken pro PS angegeben. Lexus hat für den GS450h nun einen neuen «Rekordwert» erfunden: Die Anzahl PS (Systemleistung beim GS450h: 345 PS) geteilt durch die CO2-Emissionen in Gramm (137 g/km). Und da sieht der Lexus mit einem Wert von 2,51 tatsächlich besser aus als alle seiner Konkurrenten.

Und ja, es ist schon beachtlich: Da arbeiten ein 3,5-Liter-V6 mit 290 PS sowie ein Elektromotor zusammen, die gemeinsam eine Systemleistung von maximal 345 PS schaffen; das maximale Drehmoment beläuft sich auf 345 Nm bei 4600/min. Der Voll-Hybrid will in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten und wird elektronisch auf 250 km/h Höchstgeschwindigkeit beschränkt. Und das alles mit einem durchschnittlichen Verbrauch von nur 5,9 Litern. Nein, die schafft er im täglichen Gebrauch nicht, doch wir haben den Wagen in der Schweiz mit 6,5 Litern bewegt, ohne dass uns das Gesicht eingeschlafen wäre. Und das darf man wirklich als absolut vorbildlich bezeichnen.

Doch der GS450h kann auch ganz anders: Auf den deutschen Autobahnen, zum Beispiel, gehört er zu den wahren Geschossen. Vor allem die Durchzugskraft ist begeisternd: Da sehen selbst die deutschen Parade-Diesel von Audi, BMW und Mercedes ziemlich alt aus, erschreckt retten sie sich dann gerne auf die rechte Spur, wenn der Lexus locker und souverän auch im Hochgeschwindigkeitsbereich am Heck klebt. Erfreulich: Auch bei längeren Fahrten mit sehr hohem Reisetempo bleibt der Verbrauch bescheiden, mehr als 10 Liter wurden es nie.

Wenn man dann weiss, wie man mit dem Lexus GS450h umgehen soll, sprich: Eco-Modus in der Schweiz, ansonsten Sport+, wann immer es geht, dann ärgert man sich auch nicht mehr über das CVT-Getriebe – denn bei feinem Gasfuss schaltet es wirklich zuckersüss. Packt man den Hammer aus auf Sport+, dann wird das Ding richtig giftig. Sport+ ist sowieso eigentlich die einzig wahre Einstellung, dann ist alles geschärft, nicht nur das Getriebe, auch die Lenkung vermittelt ziemlich guten Bodenkontakt, das Fahrwerk ist sensationell, nicht knochentrockenhart, aber halt fein, oberste Liga, auf einer Stufe mit München und Ingolstadt. Es gibt ein aktives Dämpfungssystem sowie das neue Lexus-Dynamic-Handling-System, das eine Hinterradlenkung, die variable Lenkuntersetzung und die elektrische Servolenkung miteinander verbindet. Wenn etwas stört, dann vielleicht, dass sich das alles etwas klinisch anfühlt, artifiziell. Bremsen: von Brembo, sind super. Und irgendwie ist das auch ein gutes Gefühl, so richtig heftig in die Eisen zu steigen – und dann zu wissen, dass die Energie nicht einfach nur in Hitze umgewandelt wird, sinnlos verpufft, sondern halt wieder als Energie in die Batterie fliesst.

Leider wird der GS450h trotzdem kein Verkaufserfolg werden. Liegt es am Design? Schwierig zu sagen, die einen mögen ihn, andere halt nicht. Der Preis? Ja, der ist happig. Die Basis beginnt zwar bei 83 400 Franken, doch unser Testwagen, fully loaded, kostete sechsstellig, und dann noch einen Auris dazu. Und trotzdem ist der GS450h das einzige Modell der neuen GS-Reihe, das eine Überlegung wert ist. Wir sind auch den GS350 AWD gefahren, der über einen 3,5-Liter-V6 mit 317 PS verfügt. Und wie die Bezeichnung verrät: Allradantrieb. Doch er wird trotz hoher technischer Kompetenz eine Randerscheinung bleiben, mit einem Basispreis von 80 800 Franken ist er in erster Linie sehr teuer. Und er verbraucht im Schnitt trotzdem mehr als der GS450h, 9,5 Liter waren es beim Allradler, 7,6 Liter beim Hybriden. Schliesslich gibt es auch noch den GS250. Der verfügt über einen 2,5-Liter-Motor, der 209 PS leistet. Weil der Wagen aber über 1,6 Tonnen wiegt, ist diese Maschine etwas überfordert. Was sich dann auf den Verbrauch auswirkt, der sich auf dem Niveau des GS350 AWD bewegt. Der GS250 kostet in der Basisversion knapp über 70 000 Franken.

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