Bereits von 2005 bis 2010 hiess das kompakte SUV von Hyundai Tucson. Dann kam der Modell- und Namenswechsel auf iX35. Und nun, knappe fünf Jahre später, ist ein neues Modell da – und es heisst wieder Tucson. Was man mit der Umtaufaktion genau erreichen wollte, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass der neue Tucson ein durchaus ernst zunehmendes Auto ist. Eines, das fast alles kann, was heute gefordert wird. In dieser Klasse.

Hyundai Tucson

Hyundai Tucson

Herr und Frau Schweizer lieben sie, mittlerweile sind die SUV das grösste Marktsegment in der Schweiz. Klar, dass auch Hyundai gern ein grosses Stück vom Kuchen hätte. Mit dem neuen Tucson stellen sie dafür ein Fahrzeug vor, dass durchaus Chancen hat. Die Eckdaten: 447 cm lang ist der neue Tucson und 185 cm breit. Mit diesen Massen passt das Fahrzeug durchaus nach Europa. Die Höhe von nur 164 cm lässt den Koreaner sportlich-geduckt erscheinen, der mächtige Kühlergrill ist – je nach Farbkombination – mal dominanter und mal eleganter. Insgesamt scheint das Erscheinungsbild aber stimmig. Stimmig sind auch die Platzverhältnisse im Innenraum. Ein Kofferraum mit mindestens 513 Liter Volumen steht da bereit, er lässt sich auf 1503 Liter erweitern. Und auch Fahrer und Beifahrer sowie die Passagiere im Fond haben ausreichend Platz. Ausser für den Kopf. Das mächtige Glasschiebedach und die geringe Bauhöhe schränken das luftige Raumgefühl allerdings etwas ein.


Gross ist dafür die Auswahl beim Antrieb. Es gibt einen neuen, kleinen Benziner der aus 1,6 Liter Hubraum satte 177 PS generiert. Dazu die bekannten Diesel mit 1,7 L (115 PS, 280 Nm), 2,0 L (136 PS, 373 Nm) und den 2,0 L High Power (185 PS, 400 Nm. Und neu auch ein bunter Strauss an Kraftübertragungen. Den kleinen Benziner gibt es mit Doppelkupplungsgetriebe, die grossen Diesel mit Automatik oder Handschaltung und einige Versionen statt mit Allrad- nur mit Vorderradantrieb. Der 1700er-Selbstzünder ist nur mit einem manuellen Getriebe (sechs Gänge) lieferbar. Um die ersten Fahreindrücke zu sammeln haben wir uns den stärksten Diesel mit der Topausstattung «Vertex» geschnappt. Da ist alles an Bord, was man bei Hyundai zu bieten hat. Während die Preise für den Tucson bei 24'950 Franken beginnen, kostet der Top-Koreaner 43'650 Franken. Das Auto fährt sich im Normalbetrieb wunderbar. Der erst etwas laute Diesel beruhigt sich, sobald er die Betriebstemperatur erreicht hat. Und, die Sechsstufenautomatik schaltet gefühlvoll. Man hat auf die Option verzichtet, Schaltpaddel am Lenkrad zu montieren, um die Gänge selbst anzuwählen. Das ist okay, es gibt ja eine manuelle Schaltgasse am Wählhebel. Aber auch das ist unnötig.


Die Automatik macht das einwandfrei. Und, die 400 Nm sind halt schon fein, wenn man zügig wegkommen will. Zieht man mit dem neuen Tucson etwas energischer um die Kurven, fällt auf, dass der Hyundai deutlich untersteuert. Das ist in diesem Segment typisch und leicht beherrschbar. Etwas weniger gefallen haben uns die Ledersitze. Sie bieten nicht nur wenig Seitenhalt, sondern verfügen auch über eine recht kurze Sitzfläche. Zusammen mit der nicht gerade überragenden Kopffreiheit ist das Fahrgefühl zwar okay, aber nicht überragend. Auch angesichts der Garantieleistungen ist der Hyundai Tucson ein stimmiges Angebot für all jene, die gerne SUV fahren möchten, aber denen die Modelle der Edelmarken vielleicht etwas zu teuer sind.