Fiat
Der kleine Italiener für alle Fälle

Der Fiat Panda 4×4 ist ein echter Alleskönner und kombiniert die Qualitäten der normalen Version mit erstaunlichen Offroad-Eigenschaften.

Markus Chalilow
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Fiat Panda 4x4

Fiat Panda 4x4

HO

Der kleine Italiener hatte eigentlich Glück in unserem Test, denn er stand genau zum richtigen Zeitpunkt der Redaktion zur Verfügung. Der erste grosse Schnee liess die Qualitäten des kleinen Kraxlers noch deutlicher zutage treten, als wenn wir den Fiat im Hochsommer durch ein paar Pfützen bewegt hätten. Angetrieben wurde unser Testwagen vom altbekannten 1300er-Diesel, der an ein manuelles Fünfganggetriebe gekoppelt war. Zum Motor, der in zahllosen anderen Modellen aus Turin seinen Dienst versieht, gibt es nur zwei Dinge zu sagen. Er ist mit 75 PS und 190 Nm Drehmoment ausreichend motorisiert. Und er ist laut. Aber, irgendwie hat das Dieselgrummeln auch etwas Beruhigendes, denn es ist omnipräsent, immer da. Man weiss immer, wie sich der kleine Vierzylinder gerade fühlt. Mensch-Maschine-Interface, ganz ohne Kabel. Der nur 368 cm lange Fiat bietet – wie die Version mit Vorderradantrieb – erstaunlich viel Platz im Innenraum.

Mit den anderen Modellen gemein hat der 4×4 seine Stopp-Start-Automatik, die tadellos funktioniert. Beim Allradantrieb setzt Fiat auf ein automatisches System, welches das Drehmoment bei Bedarf auch auf die Hinterräder leitet. Mittels einer elektronisch geregelten Kupplung wird bei extremen Fahrsituationen bis zu 50 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterräder geleitet. Im normalen Fahrbetrieb werden hingegen nur die Vorderräder angetrieben. Wer flott unterwegs ist, wird ein weiteres Feature des neuen Antriebs entdecken. Beginnt das rund 1100 kg schwere Fahrzeug zu untersteuern, schiebt also mit den Vorderrädern zum Kurvenaussenrand, schliesst die Kupplung und leitet einen Teil der Kraft zur Hinterachse und eliminiert das Untersteuern. Innen ist der Panda eher rustikal, doch das passt einfach zum kleinen Förster-Freund. Weniger Freude hatten wir an der mageren Heizleistung, die dem effizienten Dieselmotor geschuldet ist, sowie den zu kurzen Sitzflächen. Und am Verbrauch. Der Panda soll gemäss Werk pro 100 Kilometer 4,7 Liter Diesel verbrauchen. Das mag in der Theorie stimmen, unter 5,5 Liter waren es bei unserem Test allerdings nie.

Der Durchschnittsverbrauch im Test lag bei 5,9 l/100 km. Und ein Dumpingangebot ist der kleine Fiat auch nicht. Mindestens 22 350 Franken verlangen die Italiener für den Floh. Kein Wunder aber, dass man in Turin ordentlich zulangt, denn Konkurrenz ist in diesem Segment kaum noch vorhanden. All die japanischen Hersteller, die einst die Kleinwagenklasse mit ihren Allradmodellen aufmischten, haben sich nahezu unisono aus dem 4×4-Segment zurückgezogen.

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