Renault

Der französische Cousin

Renault Kadjar

Renault Kadjar

Mit dem Kadjar lancieren die Franzosen ein Fahrzeug, das sich auch bei uns bestens verkaufen wird.

Beim Kadjar hat es sich Renault ziemlich einfach gemacht: sie haben einfach den Nissan Qashqai in ein neues Kleid gesteckt. Dagegen ist gar nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, der Qashqai hat diese Klasse von Fahrzeugen sowohl begründet wie auch viele Jahre dominiert, findet auch in der kürzlich aufgelegten zweiten Generation weiterhin reichlich Kundschaft. Und das zu Recht: der Qashqai macht vieles richtig (gut). Und genau das lässt sich selbstverständlich auch vom Kadjar sagen, der zu 85 Prozent ein Japaner ist (aber in Spanien gebaut wird). Er sieht gut aus. 20 Zentimeter Bodenfreiheit, was zwar niemand braucht, aber anscheinend geschätzt wird. Das macht den Wagen dann 1,61 Meter hoch, 1,84 Meter breit, 4,45 Meter lang. Das ist überall ein klein bisschen mehr als beim Cousin Qashqai, auch das Kofferraum-Volumen ist einen Hauch grösser (478 anstatt 430 Kubikdezimeter). Platz ist also reichlich, es können bei abgeklapptem Beifahrersitz auch noch bis zu 2,57 Meter lange Gegenstände verstaut werden. Gut ist auch, dass sich die Rücksitzbank von hinten mit einem einfachen Zug versenken lässt, die Fläche ist eben; die Kante liegt, baubedingt, allerdings etwas hoch.

Renault Kadjar

Renault Kadjar

Überhaupt ist der Innenraum einer der feinen Bestandteile des Renault, sauber gestaltet (wenn auch nicht ganz so cool wie im Espace), grosser Touchscreen, über den viele Funktionen gesteuert werden können, übersichtlich das alles. Selbstverständlich gibt es in Sachen Infotainment alles, was es heute so braucht, damit sich die jüngeren Käufer samt ihren Smartphones im Kadjar wie daheim oder im Büro fühlen können. In Sachen Motorisierungen steht der Kadjar beim Qashqai, vorerst, noch etwas im Schatten. Es gibt einen eher mageren Diesel (110 PS, 260 Nm, Verbrauch nach Norm 3,8 Liter), einen etwas stärkeren Diesel (130 PS, 320 Nm, Verbrauch 4,3 Liter) und einen 1,2-Liter-Benziner (130 PS, 205 Nm, 5,6 Liter). Es ist anzunehmen, dass in der Schweiz der stärkere Diesel die stärkste Rolle spielen wird, dies auch deshalb, weil die allradgetriebene Variante nur mit dieser Motorisierung erhältlich ist (Verbrauch nach Norm dann 4,8 Liter). Geschaltet wird zumeist manuell über 6 Gänge, für den kleineren Diesel gibt es auch ein Doppelkupplungsgetriebe (aber nicht mit Allrad). Es ist aber, wie immer bei Renault, davon auszugehen, dass noch weitere Antriebsvarianten nachgereicht werden.


Nichts zu jammern gibt es ansonsten im Fahrbetrieb. Angenehm ruhig ist es in dem Wagen, mit allen bislang verfügbaren Antriebsvarianten, also auch mit den Selbstzündern. Es gehört das Gleiten zu den grösseren Stärken des Renault. Die Lenkung ist präzis, es gibt auch bei den nur frontgetriebenen Fahrzeugen keine spürbaren Krafteinflüsse zu vermelden, was aber auch an den eher bescheidenen Kräften liegt, die da Wirkung entfalten wollen. Ob der Allradler wirklich geländetauglich ist, liess sich auf den ersten Probefahrten nicht wirklich eruieren. Aber es reicht ja das Wissen und die Gewissheit, nicht an jedem beschneiten Hügelchen die Ketten aufziehen zu müssen. Die Preisskala beginnt bei 24 900 Franken für den frontgetriebenen Benziner und endet bei knapp unter 40 000 für einen vollausgestatteten Diesel mit 4x4. Damit bleibt der Renault ganz im Rahmen der Konkurrenz, der direkte Vergleich mit seinem Cousin ist allerdings schwierig, weil die Rabatt-Situation in der Schweiz unübersichtlich bleibt, auch die Ausstattungen deutlich variieren.

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