Man stelle sich vor: Man sitzt im Auto auf dem Weg vom Land in die nächste grosse Stadt. Im Fond sind alle Sitze durch  pubertierende Fräuleins besetzt. Wobei klar ist, dass die eigene Tochter am lautesten schreit. Der Weg in die Stadt wird nur aus einem Grund unter die Räder genommen. Heute Abend ist Konzert: der Sanges-«Künstler» Justin Bieber gibt sich die Ehre, die Tochter und ihre Freundinnen sind seit Monaten unansprechbar. Es kommt wie es kommen muss. Ein elendiglich langer Stau hat sich gebildet. Die Hysterie an Bord ist nun grenzenlos.

Jetzt, genau jetzt, schlägt die Stunde des Subaru Forester. Und die des Vaters am Steuer. Ruder rumreissen, über Feldwege und kleinste Nebenstrassen ausweichen, ab und zu einen Acker leicht umpflügen - und schon steht man vor der Stadthalle. Die riesigen Fenster mit allerlei organischen Stoffen bedeckt, der Zweiliter-Diesel im Bug atmet seelenruhig, Papa am Steuer ist froh, dass seine Ohren ebenfalls verschnaufen können, und die Kiddies drängeln sich zum Eingang vor. Schon interessant, noch vor zwei Stunden fanden die Teenies den Subaru alles andere als cool. Das kantige Teil ist doch völlig unsexy. Gegen die Nachbarn mit ihren Edel-SUV's wirkt der Japaner - nein, wir kramen hier das Milchkannen-Bild nicht wieder hervor -, aber sagen wir mal: bieder (nicht Bieber). Aber das Ding hat die drei Damen pünktlich zum Konzert gebracht. Ohne Drama, ohne sich wirklich anzustrengen, einfach so.

Leise schleicht der Forester vom Parkplatz, der Vierzylinder-Diesel arbeitet wie bei den Japanern üblich in der Boxer-Konfiguration. Subaru ist nach wie vor die einzige Marke, die einen Selbstzünder-Boxer im Angebot hat. Und der macht seine Sache: sehr gut. Zumindest, wenn man über einen feinfühligen Kupplungsfuss verfügt.

Wer mit Wanderschuhen am Steuer sitzt, muss sich gewahr sein, dass er den 147-PS-Diesel auch mal abwürgen wird. Rollt die Fuhre, ist alles gut. Nach der Warmlaufphase ist der Diesel sehr leise (zumindest innen) und hat genügend Power und Drehmoment (350 Nm), um den fast 460 cm langen Wagen ordentlich in die Gänge zu bringen. Wenn wir schon beim Thema Gänge sind. Unser Testwagen war mit dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet  - das, wie bei Subaru üblich, zwar mit etwas Nachdruck bedient werden will, aber über erfreulich kurze Schaltwege verfügt und gut abgestimmt ist. Da passt (fast) jeder Anschluss. Einzig der Drehzahlsprung zwischen dem 2. und 3. Gang ist zu gross. Irgendwie vermittelt der Subaru einfach das Gefühl einer der Unerschütterlichkeit. Er macht alles mit, ohne Murren, egal ob als Schreihals-Transporter oder wenns zum Grosseinkauf ins Möbelhaus geht. Der Forester hat Platz für alle und alles. Vor allem, wenn man die Fondsitze ablegt. Dann schluckt der Japaner bis zu 1600 Liter. Dabei ist die Kopffreiheit gigantisch, die Glasflächen sehr gross und damit die Übersichtlichkeit sehr gut. Das ist aber auch nötig, denn der Forester ist nicht nur 460 cm lang sondern auch satte 173 cm hoch und vor allem 180 cm breit

Auch den Testverbrauch  von 6,9 Liter Diesel pro 100 km finden wir absolut okay, Auch wenn Subaru einen Verbrauch von 5,9 L/100 km verspricht. Ach ja, für den Basispreis des Forester gibt es rund 333 Konzertkarten für den Herrn Bieber. Damit macht man zwar kurzfristig alle Kids im Dorf glücklich, wir finden die 33'000 Franken sind beim Subaru aber deutlich besser investiert.