Es ist ein ewiger Kampf: Wer ist besser, der Astra oder der Golf von VW. Wir mögen uns dieser Diskussion nicht anschliessen, denn unser Verdikt lautet: Der Opel ist einfach anders. Das beginnt schon damit, dass Opel dem Kompaktauto eine heftige Diät angedeihen liess. Bis zu 200 kg ist der neue Astra leichter als sein Vorgänger. Was bedeutet, dass der Opel mit einem Leergewicht ab 1248 kg (inklusive Fahrer) zu den leichtesten seiner Klasse gehört. Das liegt nicht nur daran, dass er mit einer Länge von 437 cm ganze 5 cm kürzer ist als bisher. Durch die Verwendung von hochfesten Stählen beim Karosseriebau sowie zahllosen anderen Massnahmen zur Gewichtsreduzierung konnte allein der «Rohbau» um 110 kg leichter gemacht werden.

Dieses Mindergewicht spürt man bereits auf den ersten Metern. Der Astra fährt leichtfüssig, harmonisch und je nach Motorisierung auch sehr sportlich. Die Spreizung der Motorenpalette ist riesig. Vom Einliter-Dreizylinder mit 105 PS bis zum 1,6-l-Turbobenziner mit 200 PS. Besonders gefallen haben uns die Topmotorisierung sowie auch der 1400er-Benziner mit 150 PS. Mit diesen Triebwerken kann der Astra genauso überzeugen wie mit dem sehr leisen 1,6-l-Diesel. Und, für einmal mäkeln wir nicht an der Opel-Schalthebelführung herum. Im Astra lassen sich die Gänge butterweich einlegen.

Opel Astra

Opel Astra

Auch sehr schön: Innen herrscht ein sehr luftiges Raumgefühl vor. Obwohl der Wagen weniger hoch baut als der Vorgänger, gibt es mehr Kopffreiheit. Dies auch im Fond, wo sich unser 193 cm langer Beifahrer sehr wohl fühlte. Sogar die Kniefreiheit hinten war für ihn ausreichend. Aber, man hat in Rüsselsheim natürlich das Auto nicht neu erfunden. Wenn man den Passagieren so viel Raum bietet, bleibt für den Kofferraum nicht allzu viel Platz. Deshalb muss man im Astra mit einem Kofferraumvolumen von 370 Litern auskommen. Kein Spitzenwert in dieser Liga, aber durchaus okay. Legt man die Sitze im Fond ab, stehen 1210 Liter zur Verfügung. Wer mehr Raum braucht: Die Kombiversion des Astra steht bereits in den Startlöchern.

Natürlich ist der Opel mit den neusten Infotainment-Systemen bestückt. Aber man kann nicht nur das Smartphone einfach nutzen, mit OnStar bietet Opel eine Art Concierge auf Knopfdruck. Der Operator programmiert auf Wunsch Navigationsziele, googelt nach dem besten Restaurant in der Nähe usw. Für uns deutlich interessanter ist das gegen Aufpreis lieferbare LED-Matrix-Licht. Dieses System schaltet bei Fahrten ausserhalb geschlossener Ortschaften immer auf Fernlicht und blendet den übrigen Verkehr dabei automatisch aus. Das funktionierte bei unseren Tests ganz hervorragend, kein anderer Verkehrsteilnehmer fühlte sich geblendet. Der neue Astra ist bereits ab 20'900 Franken zu haben und ist damit preislich eine sehr interessante Alternative – nicht nur im Vergleich mit dem Golf von Volkswagen.