Die Marke Skoda gehört seit dem Auftauchen der ersten Octavia-Kombi-Modelle 1996 zu den Lieblingen von Herrn und Frau Schweizer. Kein Wunder, denn das Preis-/Leistungsverhältnis war bei Skoda immer hervorragend. Innovative Technik aus dem Mutterhaus ohne zu viel Schnickschnack – für relativ wenig Geld. Diese Formel hat Skoda in der Schweiz weit nach vorne gebracht. 2004 wurden 4189 neue Fahrzeuge verkauft, letztes Jahr waren es 19 517 Autos. Und man gibt weiter Gas in Tschechien. Gerade wurde das neue Flaggschiff, der Superb, präsentiert. Aber auch unser Testwagen, der neue Fabia, ist kein altes Auto. Er ist technisch mit dem VW Polo sehr eng verwandt, allerdings basieren beide Modelle noch nicht auf dem modularen Querbaukasten von VW. Das wird erst zum Modellwechsel des Polo - in etwa zwei Jahren - soweit sein. Entsprechend bietet der Fabia (den es auch als Kombi gibt) alle Vorzüge, die auch der Polo zu bieten hat. Er fährt sich wie ein modernes Automobil heute so fährt, hat alle nötigen Assistenzsysteme an Bord und ist – in der von uns getesteten 90-PS-Dieselversion – sehr sparsam. Zwar erreichten wir den vom Werk angegebenen Verbrauch von 3,4 L/100 km nicht, aber die 4,5 Liter die nach dem Test auf dem Taschenrechner standen, können sich trotzdem sehen lassen. Zumal während der Testphase sehr tiefe Temperaturen vorherrschten, was einem geringen Verbrauch grundsätzlich im Wege steht.

Den Viertürer in der Version Style gibt es ab 24 320 Franken, ein guter Preis für ein durchaus schnittig gestyltes Auto mit ausreichend Leistung. Wie gesagt, bisher hat sich Skoda auch dadurch profiliert, dass alles Nötige mit an Bord war, auf Schnickschnack aber verzichtet wurde. Beim Fabia ist das leider nicht ganz so. Das Navigationssystem zum Beispiel funktioniert über eine Smartphone-Anbindung (Mirror-Link). Doch längst nicht alle Smartphones sind mit diesem System kompatibel. Bis im Sommer will Skoda auch im Fabia wieder ein konventionelles Navigationssystem anbieten. Immerhin, in Mladà Boleslav scheint man auf die Kunden zu hören. Ansonsten ist alles so, wie man es von einem Skoda heute erwartet. Gutes Raumangebot, gute Verarbeitung und eine Materialanmutung, wie sie vor ein paar Jahren allein VW vorbehalten war. Natürlich hatte auch unser Skoda einige Extras an Bord, die den Testwagenpreis auf 27 000 Franken steigen liessen. Von all den aufpreispflichtigen Dingen erachten wir allerdings nur die Parksensoren vorne und hinten für wichtig (Fr. 680.-). Und anders als beim Polo kosten die hinteren Türen keinerlei Aufpreis. Gleich wie beim Polo ist der kernige Klang des Dreizylinder-Diesels. Und, dass lediglich ein manuelles Fünfgang-Getriebe verbaut ist. Natürlich ist der Fabia auch mit dem Siebengang-DSG lieferbar, der Aufpreis von 1300 Franken ist aber einigermassen happig.

Dennoch ist der Fabia auch in der von uns geprüften Konfiguration ein gutes Auto. Und eines, dass auch etwas wegpacken kann. Der Kofferraum fasst mindestens 330 Liter. Klappt man die Rücksitze ab, sind es maximal 1150 Liter – ein guter Wert für ein nur 399 cm langes Auto. Und, weil der Fabia kein Schwergewicht ist (ab 1180 kg), sind die 90 PS und die maximal 230 Nm Drehmoment ausreichend, um locker im Verkehr mitzuschwimmen und auch auf der Autobahn nicht zu «verhungern». Der Skoda Fabia ist eine echte Alternative zu all jenen, die nicht immer den letzten Schrei haben müssen und Wert auf ein ausgereiftes, gut gemachtes Automobil der Kompaktklasse legen.