Opel
Dem Rücken Sorge tragen

Der geliftete Opel Meriva soll ein Ergonomie-König sein – nicht allein wegen der speziellen Türen.

Markus Chalilow
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Opel Meriva

Opel Meriva

HO

Der Opel Meriva hat seit seiner Neuauflage vor knapp vier Jahren kein leichtes Spiel. Das Auto mit den gegenläufig öffnenden Türen ist zwar sehr praktisch, aber so richtig in Schwung sind die Verkaufszahlen in der Schweiz nicht gekommen. Was erstaunt, denn das Auto bringt eigentlich alles mit, um kleine Familien und ältere Semester glücklich zu machen. So wird denn Opel auch nicht müde zu betonen, wie leicht es wegen des Türkonzepts ist, zum Beispiel Kleinkinder in den Kindersitz zu hieven. Und, dass der Meriva das einzige Auto weltweit ist, welches durch den Verein «Aktion gesunder Rücken» für seine besondere Ergonomie zertifiziert wurde.
Wie es sich für ein Facelift gehört, wurde der Opel natürlich auch aussen etwas überarbeitet. Ein deutlich grösserer Kühlergrill, Chromzierrat allenthalben, neu geformte Nebellampen und frisch gezeichnete Leuchten am Heck gehören bei solchen «Verbesserungen» zum Standardprogramm. Deutlich grösser sind die Veränderungen unter der Motorhaube. Neu bekommt man den leisen 1600er-Diesel im Meriva, der zudem sehr sparsam sein soll (4,4 l/100 km). Zudem kommt bald eine Sparversion des Selbstzünders, der 1,6 CDTI mit 110 statt 136 PS, den gibt es dann wie die beiden Benzinvarianten (120 und 140 PS) auch in Kombination mit einer Sechsstufenautomatik. Und ja, der Meriva fährt sich damit fein. Er ist recht komfortabel abgestimmt und dank netten Kleinigkeiten wie der sehr rasch reagierenden Lenkradheizung ist sogar ein Hauch Luxus an Bord. Innen hat sich allerdings wenig getan. Das ist nicht schlimm, denn wie beim Vorgänger ist der neue Meriva ein durchdachtes Auto. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, die Sitzanzahl im Fond zu reduzieren. Mit wenigen Handgriffen wird aus dem Fünfplätzer ein Viersitzer – mit entsprechend grosszügigem Raumangebot für die beiden Passagiere hinten.
Ebenfalls neu im Meriva ist das IntelliLink-Infotainment-System, das Smartphone-Funktionen ins Auto integriert. Der sieben Zoll grosse, hochauflösende Farbbildschirm garantiert mit der neuen Oberfläche eine einfache Bedienung und gute Ablesbarkeit. Telefonieren via Bluetooth und Audiostreaming sind nun genauso an Bord wie ein USB-Anschluss. Das System kann optional mit dem digitalen Radioempfangssystem DAB+ kombiniert werden. Zusätzlich zur Sprachsteuerung via IntelliLink unterstützt und integriert das Opel-System auch die Spracherkennung von Smartphones, wie beispielsweise Siri bei Apple iOS-Geräten.
Wie erwähnt, der Meriva fährt prima und das Automatikgetriebe macht seine Sache wirklich zufriedenstellend. Vor allem beim Benziner bleiben unnötige Schaltvorgänge aus, man kann das Drehmoment gut nutzen, ohne dass eine hektische Schalterei ausbricht. Der 140-PS-Beziner meistert alle Alltagssituationen souverän, der Wunsch nach mehr Leistung kommt nie auf. Beim Thema Sicherheit macht Opel beim Meriva keine halben Sachen: Zu den serienmässigen passiven Sicherheitsmerkmalen zählen drei Airbag-Systeme mit insgesamt sechs Luftkissen an der Front, im Fond und an den Seiten der Passagierkabine. Die auskuppelnden Sicherheitspedale beugen im Falle einer Kollision schweren Fussverletzungen des Fahrers vor. Ferner gibt es doppelte Gurtstraffer vorne und Vorrüstungen für das Kindersitzbefestigungssystem Isofix mit Top-Tether-Befestigungsösen auf den beiden äusseren Fondplätzen. Natürlich hat das Ganze auch seinen Preis.
Der neue Opel Meriva ist in der Schweiz ab 19’700 Franken erhältlich. (1,4 l/100 PS), in dieser Version muss man allerdings auf die Lenkradheizung verzichten. Konfiguriert man einen in unseren Augen typischen Schweizer-Meriva, wirds mit rund 30’500 Franken teurer (140-PS-Benziner mit Automatik, 17-Zoll-Alus, Metallic-Lack und ein paar weitere beliebte Optionen). Das ist nach wie vor ein fairer Preis für ein flexibles, gut gemachtes Auto.