Citroën
Das Teufelchen

Das limitierte DS3 Racing Cabrio überzeugt mit tollen Fahrleistungen – und einem spannenden Preis.

Peter Ruch
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Citroen DS3 Cabrio Racing

Citroen DS3 Cabrio Racing

HO

Beim ersten Tanken stand da auf der Uhr: 694,2 Kilometer. Und richtig voll war bei: 44,06 Liter. Macht einen Schnitt von, aufgerundet: 6,35 Liter. Wir sind nicht geschlichen, gar nicht, mit dem Citroën DS3 Racing Cabrio geht das gar nicht, man ist immer ein bisschen: zu flott. Und dann: 6,35 Liter. Er hat je nach Land und Lesweise 207 PS, oder 211 PS, oder auch nur exakt 200. Das Gewicht liegt irgendwo um 1250 Kilo, auch da gibt es allerlei Angaben. Er soll in 6,9 Sekunden auf 100 rennen, das ist wohl etwas optimistisch, aber auch nicht weiter wichtig. Denn was wirklich fröhlich, lustig ist: die Agilität. Mit 3,96 Metern ist der Franzose ein Zwerg – und auf der Strasse fühlt er sich an wie ein Teufelchen.
Er rennt jeder Spur nach, obwohl es bei weitem keine fetten 20-Zöller sind, die da aufgezogen sind, er hüpft über jedes Kieselsteinchen, weil das alles ein bisserl gar hart ist, er hat dann schon eine grobe Tendenz zum Untersteuern, wenn man ihn zu schnell in die Kurve bewegt. Doch das ist alles wunderbar berechenbar, ganz klar definiert – man weiss jederzeit, wohin die Reise geht. Die Lenkung ist, wie erwähnt, alles andere als frei von Krafteinflüssen, aber doch präzis, die Wege kurz, man dreht nicht einen halben Öltanker, bis das Ding dann endlich mal in Bewegung kommt. Auch stärkere und viel teurere Boliden können dem DS3 Racing kaum folgen.
Es ist kein echtes Cabrio, das DS3 Cabrio, auch wenn es als solches bezeichnet wird, B- und C-Säule bleiben stehen, wenn man aufs Knöpfchen drückt. Doch das ist ganz o. k. so, das Frischluftvergnügen ist auch so vorhanden, einen Sonnenbrand kann man sich auch ohne die totale Offenbarung holen. Gut ist halt an der Citroën-Lösung, dass der Wagen steif bleibt, ohne sich grobes Mehrgewicht anzufuttern. Die Bedienung ist wunderbar einfach, endlich wieder einmal ein Lenkrad, das nichts anderes als ein Lenkrad ist; geschaltet wird manuell, sechs Gänge sind es, die da über erfreulich kurze Wege bedient werden dürfen.
Schön ist auch, dass es die Franzosen in den vergangenen zwei, drei Jahren geschafft haben, die Qualität ihrer Fahrzeuge entscheidend zu verbessern. Viel davon ist der DS-Linie geschuldet, da begann Citroën quasi auf einem weissen Blatt Papier – und hat die richtigen Schlüsse gezogen. Natürlich ist das alles Blasphemie mit der DS-Linie von Citroën, das hat mit der Göttin, der so wunderbaren «déesse» von einst, gar nix zu tun. Aber es funktioniert halt bestens, kürzlich wurde der 300 000. DS3 verkauft. Deshalb wird das Citroën vorne in Zukunft wegfallen, die DS-Linie wird zu einer alleinstehenden Untermarke, die dann das bisher von deutschen Produkten dominierte Premium-Feld beackern soll.
Nur gerade 100 Stück baut Citroën vom DS3 Racing Cabrio. Erkennbar sind sie an der mattschwarzen, sehr aggressiven Lackierung und am roten Streifen, der auch im Innenraum wieder auftritt; naja. In der Schweiz werden für das Sondermodell 36'800 Franken fällig, das kann man als Schnäppchen bezeichnen, auch weil da jede Menge Karbon drangebastelt ist. Und dass niemand dem französischen Zwerg derart wilde Fahrleistungen zutraut, das ist: unbezahlbar. Und eben: ein Verbrauch von knapp über 6 Litern ist für so ein kleines Teufelchen schlicht sensationell.