Chevrolet
Das Ende, na und?

Nach der Ankündigung des Rückzugs von Chevrolet aus Europa per Ende 2015 und damit auch aus der Schweiz stellen sich einige Fragen. Insbesondere: Warum sollte man sich jetzt noch ein Modell der Marke kaufen?

Martin Probst
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Chevrolet Trax

Chevrolet Trax

HO

Die Antwort ist kurz: Weil es preiswerter ist als jemals zuvor – und die Serviceleistungen weiter erfüllt werden. «Wir garantieren mindestens für die nächsten zehn Jahre, dass ein autorisiertes Servicenetz bestehen bleibt, aktuell sind über 100 Servicepartner für ihre Kunden da», sagte Chevrolet-Schweiz- Chef Roger Guerdi dazu der «Automobil Revue». Dabei kommt der Marke die Nähe zu Opel zugute. Viele Modelle sind nahezu baugleich und Servicedienstleistungen somit für Garagen, die bisher beide Marken führten, auch weiterhin kein Problem «Man darf schon sagen, dass bei rund 35 000 immatrikulierten Chevrolets in der Schweiz eine Servicepartnerschaft für die Werkstattauslastung nicht unattraktiv ist», sagte Guerdi, der zuversichtlich ist, dass sich darum viele Garagen für eine Weiterführung der Service-Verträge mit Chevrolet entscheiden. Per Mitte Jahr verspricht die Marke einen konkreten Überblick.
Unser Jahrestestwagen, der Trax, hat als Schwestermodell den Opel Mokka. Und mittlerweile haben wir bereits 5000 Kilometer im Chevrolet absolviert. Im Winter steigt der Benzinverbrauch in der Regel etwas an – tiefe Temperaturen und Winterreifen sind nur zwei Gründe dafür. Auch der Trax zeigte sich durstiger. Jedoch ist der Anstieg minim ausgefallen. Sieben Liter waren es im Schnitt und damit nur ein Deziliter mehr als im Herbst. Das erstaunt, weil wir oft in den Bergen unterwegs waren, wo sich der Allradantrieb im kompakten SUV auszeichnen konnte. Überhaupt gibt es wenig zu mäkeln. Von Pannen und anderen Problemen blieben wir in den letzten Monaten verschont. Der Trax ist ein unauffälliges Fahrzeug – dies ist als Kompliment zu verstehen. Optisch ist er weder protzig noch angeberisch, und durch seine kompakten Abmessungen findet man immer einen Parkplatz. Durch die erhöhte Sitzposition ist die Rundumsicht gut, einzig hinten dürften die Fenster eine Spur grösser sein. Notfalls hilft eine Rückfahrkamera, die Übersicht zu wahren.
Der 1,4-Liter-Turbomotor verrichtet seinen Dienst unaufgeregt und erfreulich ruhig. Sportliche Höhenflüge sind nicht sein Ding, dafür lässt es sich angenehm und entspannt reisen. Auch lange Fahrten sind kein Problem. Das manuelle Sechsganggetriebe ist kurz übersetzt, das gefällt seh rgut. Dafür fühlt sich das Einlegen der Gänge grobmotorisch an. Hier gibt es Schalthebel, die geschmeidiger in der Hand liegen. Wer sich für einen Trax entscheidet, gehört zudem schon bald zu einem exklusiven Kreis. Schon Ende 2015 werden die Chevrolets in der Schweiz immer weniger werden – ohne Nachteile. Auch das ist eine Möglichkeit, sich von der Masse abzuheben.