Kia

Das adrette Raumwunder aus Korea

Kia Carens

Kia Carens

Der neue, aufgefrischte Kia Carens gefällt im Test mit properem Design, vielseitigem Raumangebot, hoher Qualität und einem guten Fahrkomfort.

Es ist eine Tatsache: Pressetestwagen, welche uns von den Importeuren zur Verfügung gestellt werden, sind in der Regel gut bestückt. Unser Kia Carens ist ein 1,7 CRDi, ein Diesel also und die stärkste Motorisierung im Stall, manuell geschaltet, Ausstattung «Style», was schon mal die schickste und nicht die günstigste Variante ist. Schwarzes Lederinterieur, selbstverständlich. 34  477 Franken. Und das «Luxury Pack» für 6390 Franken zusätzlich hat man ihm auch noch draufgepackt: Panoramaglasdach, Fullscreen-Navi mit Rückfahrkamera, elektrische Handbremse, Xenon-Scheinwerfer, Einparkhilfe und Spurassistent.

Selbstverständlich haben wir das Glasdach über dem Kopf geschätzt, das gibt viel Licht und Luft, auch optisch. Und klar, die Rückfahrkamera hilft wacker mit beim souveränen Ausparkieren der Grossraumlimousine aus der engen Lücke im Supermarktparking. Wir mögen den Carens auf An hieb. Nicht (nur) der Rückfahrkamera wegen. Er hat etwas Adrettes, Freundliches, Zuvorkommendes und Agiles. Immerhin haben wir mehr als 900 Kilometer mit ihm zurückgelegt. Und exakt zwei Mal eine Tankstelle besucht währenddessen. Dennoch waren wir dann etwas erstaunt, als wir am Ende des Tests unseren Verbrauch ausgerechnet haben: stolze 7,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Laut Werk sollte dieser eigentlich bei 5,7 Liter liegen. Und dies ist erst noch die Ziffer des innerstädtischen Verbrauchs. Ja, da waren Städte. Da waren aber auch Landstrassen, Nebenstrassen und viel, viel Autobahn. Und öfters auch Fahren im Eco-Modus.

Unser Kia Carens hat fünf plus zwei Sitzplätze (es gibt ihn auch nur als Fünfplätzer). Die Passagiere auf Pluszwei sitzen eigentlich im Kofferraum, den man aber zur Not (wir empfehlen: auf Kurzstrecken) mit wenigen Handgriffen in zwei Sitzplätze umfunktionieren kann. Die Sitze der mittleren Reihe können hierfür einfach nach vorne geschoben werden, um das Einsteigen auf die hintersten Sitze zu ermöglichen. Im Gegenteil dazu kann der Kofferraum selbstverständlich auch vergrössert werden, von 103 Liter auf 1820 Liter, bei umgelegter Rückbank. Der Multivan ist 4,52 Meter lang und hat eine Breite von 1,80 Metern. Die Höhe von 1,60 Metern ermöglicht einen angenehmen Zustieg. Sein eher langer Radstand von 2,75 m trägt dazu bei, das komfortable Reisegefühl zu unterstützen: Unangenehmes Geholpere auf unwirtlicheren Strassen gibt es kaum. Leer bringt der Carens 1716 Kilo auf die Waage. Diese Masse wird in unserem Fall bewegt von 100 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 191 km/h. Damit ist klar: Ein Wiesel ist der Kia mit dieser Motorisierung nicht.

Das Interieur ist für den Fahrer optimal: Der Sitz ist ergonomisch geformt (genau wie der des Beifahrers), das Lenkrad kann so lange verstellt werden, bis es wirklich passt, in Höhe und Distanz; die Handschaltung ist angenehm knackig und sämtliche In strumente und demnach alle wichtigen und nötigen Informationen sind stets unaufdringlich präsent und intuitiv bedien- und abrufbar. Da haben sich die Entwickler spürbar viel Mühe gegeben, so einiges ist sorgfältig erdacht und auch ausgeführt worden. Und die Oberflächen gefallen nicht nur optisch, sondern auch haptisch – und das ohne Intarsien aus Holzimitaten.

Der Kia Carens ist sicherlich ein ideales Auto für eine junge Familie. Für kleine Kids, welche die Rückbank mit Reformhauskeksen vollbröseln. Oder für eine aktive Omi, die sich dann und wann sportiv auf einen der hintersten Plätze hievt. Wer aber nicht gleich rund 40  000 Franken dafür aufwerfen möchte: Für den fairen Betrag von 26  477 Franken bekommt man einen vielleicht noch etwas pragmatischeren, aber nicht minder sympathischen «Classic» Benziner, 1,6 GDi, mit 99 PS und manuell geschaltet.

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