Dacia mit E-Antrieb
Bekannte Tugenden – auch mit Strom

Erste Testfahrt im Dacia Spring Electric: Kann das günstigste E-Auto am Markt überzeugen?

Philipp Aeberli Jetzt kommentieren
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Der kleine Crossover kommt in typischer Dacia-Optik daher – aussen und innen. An Front und Heck kommt das Serienmodell mit LED-Leuchten.

Der kleine Crossover kommt in typischer Dacia-Optik daher – aussen und innen. An Front und Heck kommt das Serienmodell mit LED-Leuchten.

Bild: zVg

Elektroautos legen kräftig zu: 19500 Stück wurden 2020 in der Schweiz zugelassen; 2017 waren es noch 4773 Autos mit rein elektrischem Antrieb. Die stetig steigenden Verkaufszahlen, obwohl E-Autos in der Schweiz nicht flächendeckend staatlich gefördert werden, lassen sich sicherlich durch das immer grössere Angebot erklären. Fast jeder Hersteller hat inzwischen ein Modell mit Akku und E-Motoren im Angebot. Zudem wurden die E-Autos in den letzten Jahren auch interessanter für Kunden, weil die gängigen Vorurteile abgebaut werden konnten. Die Ladeinfrastruktur ist gewachsen, die Autos verfügen über bessere Reichweiten – auch bei tiefen Temperaturen – und laden ihre Akkus schneller wieder auf. Damit wird das E-Auto alltagstauglicher. Ein Vorurteil hält sich aber weiterhin hartnäckig: E-Autos sind in der Anschaffung teurer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor, was vor allem an den kostspieligen, grossen Akkus liegt. Auch wenn ein E-Auto aufgrund der deutlich tieferen Betriebs- und Wartungskosten den höheren Kaufpreis wieder wettmacht, bleibt diese Eintrittshürde bestehen.

Mit dem Spring Electric, der im Herbst diesen Jahres zu den Händlern kommen soll, will Dacia dieses Vorurteil nun aus dem Weg räumen. Schliesslich ist die rumänische Marke aus dem Renault-Konzern genau dafür bekannt, das Autofahren möglichst günstig zu machen. In Westeuropa begann die Erfolgsgeschichte 2004; seither wurden rund sieben Millionen Autos verkauft; oft auch an Menschen, die sich sonst keinen Neuwagen leisten könnten. Der Sandero hat sich inzwischen zum beliebtesten Auto bei Privatkunden in Europa gemausert – was er vor allem seinem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis verdankt. Ein ähnliches Angebot will Dacia nun auch bei den E-Autos bieten können; der Spring Electric rühmt sich als günstigstes E-Auto der Schweiz. Er startet schon ab 18990 Franken – und ist damit nochmals günstiger als der Renault Twingo Electric (ab 22900 Franken). Dass man zu diesem Preis kein Luxus-E-Auto mit überragender Reichweite kriegt, versteht sich von selbst – und ist auch überhaupt nicht der Anspruch der Marke, welche das Wesentliche zum vernünftigen Preis bieten will. Der Spring Electric soll vornehmlich ein Stadtauto sein, sowohl für Privatkunden als auch für geschäftliche Zwecke. Für Letztere wird der Crossover zu späterem Zeitpunkt als «Cargo»-Variante ohne Rückbank verfügbar sein.

Dacia Spring Electric
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Dacia Spring Electric
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So oder so ist der kleine Crossover mit einem 27,4 kWh-Akku ausgestattet, der direkt vor der Hinterachse sitzt. Laut WLTP-Messnorm reicht die Batterie für bis zu 230 Kilometer, im reinen Stadtbetrieb sollen bis zu 305 Kilometer möglich sein. Für Fahrten in und um die Stadt mehr als genug – ein Auto für lange Autobahnetappen will der in China gebaute Stromer ohnehin nicht sein; an einer Schnellladestation mit 30 kW kann er in 56 Minuten auf 80% geladen werden. An einer Haushaltssteckdose ist der Akku nach gut 13 Stunden wieder zu 100% voll.

Der E-Motor sitzt an der Vorderachse und leistet bescheidene 44 PS und 125 Nm Drehmoment. Für den 970 kg leichten Wagen ist das aber bei Stadttempo absolut ausreichend; an Steigungen wirkt der Antrieb ab 70 km/h dann etwas träge.

Im Innenraum bietet der Stromer das typisch zweckmässige Ambiente, wie man es von der Marke kennt. Gestartet wird mit einem klassischen Zündschlüssel, die Fahrstufen werden, ein Novum für Dacia, über einen Drehschalter angewählt.

Das Platzangebot wirkt auf den vorderen Sitzen absolut ausreichend, während die Kniefreiheit auf den hinteren Sitzplätzen eher knapp ist. Etwas knapp ist auch der Einstellbereich der Vordersitze, das Lenkrad lässt sich leider gar nicht verstellen. Sieht man den Spring aber vornehmlich als Kurzstrecken- und Stadtauto, sitzt man aber allemal bequem genug.

Das gilt auch für die Fahreigenschaften des kleinen Stromers. Durch den kurzen Radstand und den guten Lenkeinschlag wirkt er sehr wen- dig (Wendekreisdurchmesser: 9,6 Meter) – und lässt sich damit sehr einfach manövrieren und parkieren. Das Fahrwerk ist angenehm weich abgestimmt, wobei es aber in Verbindung mit dem kurzen Radstand zu deutlichen Nickbewegungen kommt; sei es beim Bremsen, oder auf Bodenwellen. Auch die Lenkung ist vor allem auf bequemes Fahren in der Stadt ausgelegt, wirkt dafür aber weder sonderlich präzise noch bietet sie gute Rückmeldung von der Strasse.

Vermissen tut man das in diesem Auto ohnehin nicht. Denn hier geht es um zweckmässige Mobilität für die Stadt, was auch das Cockpit mit grossflächigen Hartplastik-Oberflächen verdeutlicht. Auf der Tacho-Einheit mit kleinem LCD-Bildschirm erhält der Fahrer alle relevanten Informationen, das Touchscreen-Navi lässt sich einfach bedienen und führt übersichtlich ans Ziel. Damit ist der Dacia Spring Electric eine interessante Alternative für Unternehmungen – oder für Haushalte, die einen Zweitwagen für die Stadt suchen.

Dacia Spring Electric

Motor: E-Maschine synchron

Leistung: 44 PS/125 Nm

Antrieb: Aut. 1-Gang, FWD

L×B×H: 3734×1579×1516 mm

Kofferraumvolumen: 290–1100 l

Gewicht: 970 kg

0–100 km/h: 19,1 Sek.

Vmax: 125 km/h

Reichweite WLTP: 230 km

Preis: ab 18990 Franken

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