Corvette
Corvette C7 - ganz neu

Die neue Corvette! Und sie darf wieder Stingray heissen.

Peter Ruch
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Corvette C7

Corvette C7

HO

Zu ihrem 60. Geburtstag macht sich die Corvette das schönste Geschenk gleich selber: die C7. Und weil General Motors der Meinung ist, mit der 7. Generation der amerikanischen Sportwagen-Ikone ein ganz aussergewöhnliches Fahrzeug geschaffen zu haben, darf die C7 auch einen legendären Namen tragen: Stingray.
Doch blenden wir doch zuerst kurz einmal zurück. Es ist wirklich ziemlich genau 60 Jahre her, dass die Corvette zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte. Am 17. Januar 1953 wurde sie im New Yorker Waldorf Astoria zum ersten Mal dem staunenden Publikum gezeigt; die Produktion lief sechs Monate später an. Doch anfangs kam die Vette nicht so recht vom Fleck, zu schwach der Motor (6 Zylinder!), zu teuer, zu speziell (Fiberglass-Karosse); tief in die Details gehen wir auf www.radical-classics.com, die Lektüre sei hier wärmstens empfohlen. So richtig hob die Corvette erst in der zweiten Generation ab, C2, gebaut zwischen 1963 und 1967. Und genannt: Sting Ray. Und damit das jetzt auch mal klar ist: der C2 hiess Sting Ray, zwei Worte, der C3 (1968 bis 1982) dann Stingray, ein Wort. Warum es jetzt wieder ein Wort ist, das ist uns nicht ganz klar, denn eigentlich waren die Sting Ray (also: C2) die wunderbarsten aller Vetten.
Oder vielleicht: der C7? Wohl noch nie wurde die Corvette fundamentaler erneuert als bei der 7. Generation. Geblieben sind die zwei Sitzplätze und die Transaxle-Bauweise (Motor vorne, Getriebe hinten), ansonsten ist so ziemlich alles neu. Wo wollen wir beginnen? Zuerst einmal beim Motor: zwar verbleiben wir beim klassischen «small block»-LT1, natürlich V8, 6,2 Liter Hubraum. Doch die Maschine wurde komplett neu konstruiert, Direkteinspritzung, Zylinderabschaltung (ja, die Vette ist jetzt auch ein 4-Zylinder, auch wenn Chevrolet dafür einen schönen Namen gefunden hat: Active Fuel Management), VVT (Variable Valve Timing). Was aber wohl mehr interessiert: 450 PS schon in der Basisausführung, ein maximales Drehmoment von 610 Nm. Geschaltet wird entweder über eine 6-Gang-Automatik - oder dann über ein komplett neues, manuelles 7-Gang-Getriebe (genannt Tremec TR6070). So motorisiert will die neue Vette in weniger als 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen; die Höchstgeschwindigkeit wird deutlich über 300 km/h liegen. Und eben, wir plaudern hier von der Basis-Ausführung...
Unter der Aussenhaut ist auch sonst alles neu: Alu-Space-Frame! Zwar sagt Chevrolet nichts über das Gewicht, doch es dürften ein paar Dutzend Kilo weniger sein als bisher, allein der Alu-Rahmen spart 45 Kilo. Und schon bisher war die Vette ja alles andere als ein Schwergewicht, so um oder knapp über 1400 Kilo; jetzt dürfte die C7 das Niveau des Porsche 911 erreichen. Dabei helfen auch diverse Karbon-Teile, zum Beispiel die Motorhaube. Die Gewichtsverteilung beträgt genau 50/50. Selbstverständlich gibt es weiterhin Magnetic Ride (3. Generation), StabiliTrak, 12 verschiedene Fahrmodi, auf Wunsch ein Sperr-Diffential (Option Z51, darin inbegriffen ist ein ganzes Performamce Package). In diesem Performance Package gibt es auch grössere Bremsen (345 Millimeter vorne, anstatt 320 Millimeter; hinten immer 338 Millimeter; die ganze Chose kommt von Brembo).
Innen will die Vette jetzt endlich auch einmal mithalten können mit der Sportwagen-Konkurrenz aus Europa. Fleissig wird echtes Karbon verwendet, natürlich auch viel Leder. Das Lenkrad wird kleiner (360 Millimeter Durchmesser) - und das Gestühl verfügt über einen Magnesium-Rahmen. Und dann gibt es einen 8-Zoll-Bildschirm, über den noch so manche der Funktionen gesteuert werden können. Der Fahrer, sagen die Corvette-Ingenieure, soll sich auf das Fahren konzentrieren können.