Cadillac

Cadillac tritt noch einmal an

Der ATS soll Cadillac in Europa auf die Erfolgsspur bringen.

Cadillac ATS

Der ATS soll Cadillac in Europa auf die Erfolgsspur bringen.

Die ehemalige US-Luxusmarke Cadillac versucht ein weiteres Mal in Europa Fuss zu fassen – mit dem relativ kompakten ATS.

Auf Augenhöhe mit den Herstellern aus Europa will Cadillac mit dem ATS sein. Die viertürige Limousine wird deshalb mit allen Fahrassistenz- und Multimediasystemen ausgerüstet, welche der Markt derzeit hergibt. Unverändert gegenüber den Cadillacs der letzten Generation: technisch basieren sie auf Opel-Modellen, der ATS zum Beispiel auf Insignia und Astra OPC.

Dank der bereits erprobten technischen Basis ist die Marke von General Motors in der Lage, ein breites Angebot an Antriebsarten aufzulegen. Den Cadillac ATS gibt es mit Hinterrad- oder Allradantrieb sowie mit manuellem oder Automatikgetriebe - nur bei den Motoren hat man keine Wahl: ein Vierzylinder mit sattsam 276 PS dient als Kraftquelle für alle Varianten (0-100 km/h in 5,9 s). In der Schweiz besonders beliebt dürfte die Version mit Automatik und Allrad sein. Der Cadillac ATS kostet in dieser Konfiguration mindestens 61'490 Franken. Kein Kampfpreis, sondern ein Betrag der ziemlich genau im Premiumsegment angesiedelt ist. Und da will Cadillac ja gerne, wieder, hin. Der Basispreis für das Auto mit Heckantrieb liegt bei 50'710 Franken.

Für so viel Geld gibt es auch viel Auto, zumindest wenn man sich die Ausstattung ansieht. Bereits in der Basisversion sind Features wie Spurhalteassistent bereits verbaut. Und, der Cadillac fällt auf. Man ist dem kantigen Design treu geblieben – das gefällt oder nicht, aber es lässt sicher niemanden unberührt. Und der ATS hebt sich damit sehr deutlich von den Modellen der vorab deutschen Konkurrenz ab, die sich wegen der Windkanal-Hörigkeit der Hersteller kaum noch voneinander unterscheiden lassen. Besonders auffällig ist neben der Leuchtengrafik der Scheinwerfer auch die dritte Bremsleuchte am Kofferraumdeckel, welche pfeilförmig ausgebildet ist und gleichzeitig als kleiner Spoiler dient.

Innen ist der ATS trotz seiner Aussenlänge von 465 cm und einer Breite von 180 cm kein Riese. Zwar finden Fahrer und Beifahrer grosszügige Platzverhältnisse und gut konturierte Sitze vor. Im Fond ist die Kniefreiheit hingegen nicht sonderlich gross und auch die Kopffreiheit ist wegen der stark abfallenden, coupéhaften Dachlinie nicht gerade generös. Immerhin, Zeitgenossen die nicht über 180 cm gross sind sitzen auch hinten einigermassen bequem. Auch der Kofferraum ist auf dem Papier zwar grosszügig bemessen (381 Liter), leider ist der Laderaum ziemlich zerklüftet. Für den kleinen Roadtrip zu viert dürfte es dennoch reichen.

Das extrem schnelle Bediensystem für die Multimedia-Anwendungen vermochte zu überzeugen.

Cadillac ATS Innenraum

Das extrem schnelle Bediensystem für die Multimedia-Anwendungen vermochte zu überzeugen.


Und dieser Roadtrip kann durchaus Spass machen. Der Zweiliter-Turbomotor (im ATS natürlich anders als im Astra OPC längs eingebaut) spricht ziemlich spontan an und ist leistungsmässig auch für eine forschere Gangart gerüstet. In Kombination mit der Sechsstufen-Automatik ist der ATS ein sehr souverän motorisiertes Automobil, welches sich auch in Sachen Fahrwerk kaum Schwächen leistet. Der Cadillac federt zwar relativ straff, dafür sind Kurven für den ATS kein Greuel. Im Gegenteil, auch wegen der gut abgestimmten Lenkung macht es richtig Spass, den Amerikaner sportlich zu bewegen. Zumindest bei der Version mit vier angetriebenen Rädern ist die Traktion trotz des maximalen Drehmoments von 353 Nm nie ein Problem. Das wirkt alles sehr durchdacht, souverän und solide. Und: trotz der stattlichen Leistung soll der ATS mit Allrad und Automatik mit durchschnittlich

Ob der ATS als viertürige Limousine in der Schweiz reüssieren kann, wird sich zeigen. Sicher ist, dass der Start für die US-Marke gelungen ist. Denn anders als die nach wie vor angebotenen Wage – der  Crossover SRX oder das gigantische SUV Escalade - passt der Neue perfekt auf Europas Strassen. Hinzu kommt, dass man mit dem neuen Multimedia-System «CUE» auch in Sachen Infotainement in der Oberliga mitspielen kann. Das Koppeln eines Smartphones klappt innert weniger Sekunden, die Darstellung ist top und auch das Navigationssystem scheint auf der Höhe der Zeit. Bleibt nur die Frage, wer all die Möglichkeiten auch ausschöpfen soll. Apple-Jünger werden sich beim neuen Bediensystem auf Anhieb zurechtfinden, viele andere werden sich wohl auf die Nutzung der Grundfunktionen beschränken. Immerhin hat es an der Mittelkonsole ein paar berührungsempfindliche Schalter,mit welchen sie das Raumklima auch ohne Informatikkenntnisse regeln lässt.

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