Es war der 13. März 1961, als Jaguar das Automobil erstmals zeigte, welche den Ruf der Marke für einige Jahrzehnte prägte – den E-Type. Die unendlich lange Motorhaube, die Motoren mit bis zu zwölf Zylindern, das knackig-kurze Heck – der E-Type war lange Zeit der Inbegriff eines Sportwagens. Zwar hat sich Jaguar nun daran gemacht, mit dem F-Type einen valablen, modernen Nachfolger für den «E» auf die Räder zu stellen. Aber eben, es ist eine moderne Interpretation. Dem Original optisch viel näher kommt ein Auto, welches unter dem Namen Lyonheart «K» schon bald in einer Kleinserie gebaut wird. Den Zweisitzer wird es, wie das Original, als Coupé und als Roadster geben. Unter der Regie von Robert Palm, Gründer der Schweizer Design-Firma Classic Factory, wird der Lyonheart «K» in Coventry bei Envisage Manufacturing gebaut. Ein Unternehmen, das für den Bau von Sonderserien bekannt ist.

Für den Bau werden nur hochwertigste Materialien für den Bau des 475 cm langen Modell «K» verwendet. Teure, aber sehr leichte Kohlefaser, feinstes Leder, edle Furniere, polierter rostfreier Stahl, gebürstete Aluminiumteile und verchromtes Metall. Angetrieben wird der Wagen von einem: Jaguar-Motor. Der 5,0-Liter-Kompressor-V8-Motor bringt nach einer Überarbeitung durch das Traditionsunternehmen Cosworth nun 575 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Das moderne Aluminiumchassis ist mit Kohlefaser verkleidet, wodurch das Fahrzeuggewicht (Coupé) unter 1600 kg bleiben soll. Der Lyonheart «K» beschleunigt derart motorisiert in weniger als 3,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h (elektronisch begrenzt). Trotz diesen hervorragenden Fahrleistungen soll der «K» nur 11,9 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Diese Angaben sind allerdings noch provisorisch.


Die Geschichte von Lyonheart begann bereits 2010. Damals stellte man unter dem Namen «Growler E» ein Fahrzeug vor, das dem heutigen Kleinserienmodell sehr ähnlich sieht. Der «Growler E» war ein Einzelstück, welches ein sehr, sehr gut betuchter Schweizer bei Palm und seinen Leuten in Auftrag gegeben hatte. Natürlich hatte man bei den Leuten um Robert Palm auf ein reges Echo auf den ersten Prototypen gehofft, doch das Echo war – überwältigend. Daraufhin entstand der Lyonheart «K». Und auch dieses Modell schlug vor allem in Europa ein wie ein Design-Bombe.

Lyonheart «K»

Lyonheart «K»

Wegen des regen Feedbacks potenzieller Kunden entschloss man sich, neben dem Coupé auch ein sehr formschönes Cabrio aufzulegen und die geplante Stückzahl zu erhöhen. 250 Fahrzeuge (Coupé und Cabrio zusammen) sollen nun entstehen. Dies natürlich zu einem sehr unvernünftigen Preis: pro Stück soll der Lyonheart «K» nicht weniger als 350 000 Euro (ohne MwSt) kosten, die Lieferfrist wird in etwa 18 Monate betragen. Die ersten Fahrzeuge sollen im Frühling 2014 in Kundenhand gehen. Design-Allrounder Robert Palm ist Begründer der Classic Factory, einer Designfirma mit Sitz in Bremblens im Kanton Waadt. Der gebürtige Jurassier Palm kümmert sich mit seinem Team aber nicht nur um die Umsetzung von Automobil-Designs, auch Jachten oder industrielle Produkte gehören zu den Stärken der erst 2009 gegründeten Firma. Palm ist unter anderem verantwortlich für die optische Identität zahlreicher Uhrenfirmen sowie Privatbanken. Mit dem Bau eines Sportwagens stellt er sich zusammen mit der Lyonheart Cars Ltd. in Coventry seiner wohl grössten Aufgabe. Obwohl Palm mit dem «K» vor allem auf die Karte «Made in England» setzt, steckt doch richtig viel Schweizer Hirnschmalz im wunderschön gezeichneten Auto.