Ausgeschaltet: Die Handschaltung stirbt bei VW aus

VW schafft die Handschaltung ab 2023 schrittweise ab. Ab dem Jahr 2030 wird nur noch automatisch geschaltet.

Philipp Aeberli Jetzt kommentieren
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VW mit manuellem Schaltgetriebe.

VW mit manuellem Schaltgetriebe.

Bild: zVg

Den ersten Gang einlegen, etwas Gas geben und die Kupplung langsam kommen lassen: Was für Fahrschüler ein nervenaufreibender Balanceakt ist, ist für passionierte Fahrer und Oldtimer-Fans ein Genuss – und schon bald Vergangenheit. Das Handschaltgetriebe verschwindet Stück für Stück aus neuen Autos. Nach Mercedes hat nun auch VW angekündigt, dass schon bald nur noch automatisch geschaltet wird.

Die dritte Modellgeneration des VW Tiguan wird 2023 anrollen – ganz ohne Schalthebel und Kupplungspedal. Genauso auch der neue Passat, ebenfalls 2023. Ab 2030 sollen dann gar keine Modelle mehr mit manuellem Getriebe zu haben sein – wobei VW bis 2033 in Europa ohnehin nur noch Elektroautos verkaufen will, womit sich die Frage nach der Getriebeart ohnehin erübrigt.

Der Grund für den Verzicht auf das Schaltgetriebe liegt, wie so oft, in wirtschaftlichen Überlegungen. Denn immer weniger Kunden wollen selbst kuppeln und Gänge wechseln. Damit lohnt sich die teure Entwicklung dieser Technologie immer weniger. Auch Mercedes will bald keine Schaltgetriebe mehr anbieten. Schliesslich ist das Kuppeln und Schalten auch für die Führerscheinprüfung nicht mehr notwendig.

Moderne Automatikgetriebe können das ohnehin besser. Sie schalten schneller, als es ein Mensch je zustande bringen würde, und machen das Auto damit nicht nur flinker, sondern sparen auch Sprit; ein weiterer Grund, weswegen die Handschaltung nach und nach aussterben wird. Zudem lassen sich manuelle Getriebe nicht mit spritsparenden Hybridantrieben kombinieren – und diese sind für die Hersteller immens wichtig, um die CO2-Vorgaben in Zukunft zu erfüllen. Ganz aussterben wird die Handschaltung allerdings noch nicht so schnell. Porsche und BMW M beispielsweise halten in ausgewählten Modellen noch daran fest. Denn in diesem Umfeld soll das Schalten keine lästige Pflicht sein, sondern eine bewusste Komponente zur Erweiterung der Fahrfreude. Schliesslich haben echte Kaffeeliebhaber zu Hause keinen Kaffeevollautomaten stehen und viele Musikliebhaber schwören auch weiterhin auf Vinylplatten.

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