Chevrolet Camaro

Auferstandene Legende

7-Liter-V8, 500 PS...

Chevrolet Camaro Z/28

7-Liter-V8, 500 PS...

Es muss mal wieder ein legendärer Name aus der Geschichte hinhalten: Chevrolet bringt den Camaro wieder als Z/28. Auf dem Papier sieht das bestens aus.

Als der Camaro Ende September 1966 auf den Markt kam, gab es als Basis-Motorisierung einen 3,8-Liter-Sechszylinder, der so lahm wie ein leckes Schiff. Ja, es gab von Anfang auch bösere Maschinen, den SS mit dem 6,5-Liter-V8, doch die beste Option wurde still und heimlich bereits im Dezember 1966 eingeführt: Z/28. Auf dem Papier sah sie nicht nach viel aus, ein 302-ci-V8 (4,9 Liter Hubraum) mit offiziell 290 PS (bei 5300/min) diente als Antrieb. Doch wer genauer hinsah, wusste schnell, dass Papier geduldig ist - und der Z/28 eigentlich ein Renn-Gerät. Der Motor hatte einen Alu-Block, einen 4-fach-Holley-Vakuum-Vergaser, scharfe Nockenwellen - und drehte locker bis 7000/min. Das bedeutete dann: mindestens 400 PS. 602 Z/28 wurden vom 67er-Jahrgang verkauft. Und sie rannten in der Folge ziemlich erfolgreich in der SCCA-TramAm2-Klasse.

Die Verkaufszahlen der ersten Z/28 waren aber nichts im Vergleich zum Erdbeben, das der Camaro unter den «pony cars» verursachte: 221'306 Exemplare wurden schon im ersten Jahr abgesetzt.

 1968 kam es noch besser, 235'147 Camaro wurden verkauft. Und weil der Z/28 auch in den offiziellen Prospekten aufgeführt war, stiegen seine Verkaufszahlen ebenfalls an, auf 7199 Exemplare. 1969 zeigte allerorten einen weiteren Anstieg, 243'085 Exemplare wurden abgesetzt, davon stolze 20'302 Z/28. Das heisse Teil war also fast so ein bisschen Normal-Programm geworden. Und doch ist es heute Legende, für gute Z/28 werden stolze Preise bezahlt.

Jetzt lässt Chevrolet die Legende wieder auf die Kundschaft los. Für 2014 wurde der Camaro ganz allgemein aufgepäppelt, neue Laternen allerorten sind das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Doch das richtig scharfe Ding ist der Z/28. Er kommt mit dem 7-Liter-Sauger LS7, der bisher der Corvette Z06 vorenthalten war, dank einer sanften Leistungskur schafft die Maschine 500 PS (bei 7000/min!) und ein maximales Drehmoment von 637 Nm. Geschaltet wird im Z/28 ausschliesslich händisch, über ein Tremec-6-Gang-Getriebe. Fahrleistungen nennt Chevrolet noch nicht, doch man darf davon ausgehen, dass sie grob sein werden. Ob es vom «neuen» Camaro dann auch wieder die Über-Version ZL1 (6,2-Liter-Kompressor, 580 PS) geben wird, das ist anscheinend noch nicht entschieden.

Erfreulich ist, dass Chevy dem Z/28 nicht bloss den fetten 7-Liter unter die Haube haut, sondern anscheinend auch das Fahrwerk der massiven Karft angepasst hat. 1,05 g Querbeschleunigung sollen nun möglich sein, das ist in der Theorie ein feiner Wert. Gebremst wird über Keramik-Pizza-Bleche, die Brembo anliefert. Und, sehr wichtig: gut 150 Kilo leichter als ein normaler Camaro wird der Z/28 sein.

Die Preise sind noch nicht bekannt, ab Herbst gibt es den Z/28 zumindest auf den amerikanischen Strassen.

Eine schöne Story zum «echten» Camaro ZL1 findet sich auf www.radical-classics.com.

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