Ferrari
Auch Ferrari fährt mit Strom

LaFerrari – so heisst das neueste Modell aus Maranello – ist ein Hybrid-Auto, 963 PS stark, über 350 km/h schnell.

Peter Ruch
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LaFerrari

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HO

McLaren, der grösste Konkurrent von Ferrari in der Geschichte der Formel 1, hatte im Vorfeld des Genfer Salons die Vorgaben gemacht. Der neue P1 schafft mit Hilfe eines Hybrid-Systems 913 PS und ein maximales Drehmoment von 1000 Nm. Ferrari ist aber Ferrari, und kann das deshalb noch ein bisschen besser: 963 PS Systemleistung, über 900 Nm maximales Drehmoment. Dann wird alles ein bisschen schummerig: in weniger als 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h (das schafft jeder «profane» Lamborghini Aventador auch...), in weniger als 7 Sekunden von 0 auf 200 km/h (das kann der McLaren ebenfalls...), mehr als 350 km/h Höchstgeschwindigkeit (ein Bugatti Veyron 16.4. schafft schon in seiner Basisausführung über 400...).
Haben wir es hier mit dem ultimativen Automobil zu tun? Wahrscheinlich nicht. Zwar mag der Name, LaFerrari, darauf deuten, dass die italienische Sportwagen-Schmiede ihr jüngstes Produkt als das Ende der Fahnenstange ansieht. Doch wir wagen die Behauptung: da geht noch mehr. Denn Ferrari hat anscheinend noch eine voll-elektrische Version sowie auch einen Plug-in-Hybriden in petto, die dann alles noch ein bisschen besser, oder zumindest: anders können.
Aber: LaFerrari. 6,3 Liter Hubraum, selbstverständlich V12, dies Maschinchen dreht auf 9250/min und schafft dann eine Leistung von 800 PS. Kein Turbo, kein Kompressor, einfach so. Dazu gibt es noch das KERS-System aus der Formel 1, das dem Ferrari noch zu zusätzlichen 163 PS verhilft. Gesamtsystemleistung also 963 PS. LaFerrari kann einige Kilometer rein elektrisch fahren, die CO2-Emissionen betragen 330 g/km, gemäss Norm, als etwa so viel, wie jeder anständig motorisierte Porsche Cayenne auch auspustet. Grau ist alle Theorie und grün nur des Lebens Baum, deshalb ist es wahrscheinlich, dass LaFerrari dort draussen im richtigen Leben trotz elektrischer Hilfe noch deutlich über 20 Liter verbrauchen wird. Doch das ist irgendwie nicht so wichtig, noch vor ein paar Jahren wäre es das Doppelte gewesen bei deutlich schlechteren Fahrleistungen. 300 km/h sollen übrigens schon nach weniger als 15 Sekunden erreicht sein, ein Formel-1-Renner ist da auch nicht wirklich schneller. Geschaltet wird über ein Doppelkupplungsgetriebe mit 7 Gängen.
Doch ein Ferrari ist ja nur ein Ferrari, wenn er auch gut aussieht. Sieht er gut aus? Star Wars kommt uns in alle Sinne, und wir wissen jetzt nicht, ob das wirklich gut ist. Ziemlich kantig ist sie, LaFerrari, und eckig und brutal und. Pininfarina war nicht involviert, das Design wurde inhouse erledigt – ob das wirklich gut ist? Innen ist viel Formel 1, und das sieht unbequem, aber gut aus. 499 Stück wird Ferrari von LaFerrari bauen, einen Preis nennen die Italiener noch nicht, doch wer erst jetzt anfängt mit dem Sparen, der wird wahrscheinlich zu spät kommen mit einer Bestellung. Böse Zungen behaupten, es seien sowieso schon alle Exemplare vorbestellt, Ferrari hätte sich den Aufwand der Präsentation sparen können, doch die Italiener haben noch selten eine Herausforderung der Engländer von McLaren nicht angenommen und dann nicht auch gleich mit einer passenden Antwort versehen.
4,7 Meter lang ist sie übrigens, LaFerrari (genau gleich wie ein Opel Cascada), nur gerade 1,99 Meter breit (alle anderen Sportwagen schaffen die 2 Meter locker), und 1,12 Meter hoch. 41 Prozent des Gewichts sitzen vorn, der Rest: hinten, doch en Gesamtgewicht nennen die Italiener leider nicht. Die vorderen Bremsscheiben kommen auf satte 39,8 Zentimeter, eine Pizza dieser Grösse ernährt ein halbes Schulhaus.

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