Syrien

Zwölf Tote bei Beschuss von Uni-Gebäude in Damaskus

An der Uni Damaskus schlugen Granaten ein - mehrere Menschen wurden getötet

An der Uni Damaskus schlugen Granaten ein - mehrere Menschen wurden getötet

Beim Einschlag von Granaten in ein Universitätsgebäude in Damaskus sind nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens am Donnerstag mindestens zwölf Menschen getötet worden. «Terroristen» hätten die Fakultät für Architektur in der Innenstadt beschossen, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Todesopfer seien Studenten. Die syrische Staatsführung bezeichnet die Aufständischen im Land gewöhnlich als "Terroristen". Ein Student, der Zeuge der Attacke wurde, sagte: "Diese Granaten haben Tod, Horror und Zerstörung verbreitet, das ist ein Lehrbetrieb und keine Kriegsfront".

Das syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte in London berichtete, Regierungstruppen hätten nahe Damaskus Rebellengebiete angegriffen. Dabei sei es auch zu Kämpfen gekommen. Es habe mindestens acht Tote gegeben, sagte die Opposition weiter.

In den vergangenen Tagen hatte es mindestens zwei Anschläge in der syrischen Hauptstadt gegeben. Am Donnerstag vergangener Woche hatte ein Selbstmordattentäter in einer Moschee fast 50 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Toten war der bekannte regierungstreue Geistliche Mohammed Said Ramadan al-Buti.

Türkei schickt Flüchtlinge zurück

Nach Unruhen in einem Lager für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge schickte die Türkei nach Angaben örtlicher Vertreter Hunderte Bewohner nach Syrien zurück. "Diese Menschen waren an Gewalttaten beteiligt", sagte ein Vertreter des Lagers Suleymansah an der Grenze zu Syrien der Nachrichtenagentur Reuters. Das habe die Auswertung von Videoaufzeichnungen ergeben.

Es seien zwischen 600 und 700 Menschen abgeschoben worden. Ein anderer Vertreter der örtlichen Behörden nannte die Zahl von 400. Das türkische Aussenministerium wies die Darstellungen zurück. Niemand sei gegen seinen Willen abgeschoben worden, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums. Die Zahl der Rückkehrer liege eher bei 50 bis 60.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk zeigte sich besorgt über die Berichte von Abschiebungen. Man stehe in direktem Kontakt mit den Behörden, sagte eine Sprecherin in Genf.

Im Lager war es am Mittwoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Militärpolizisten und Demonstranten gekommen, die gegen die Bedingungen im Lager protestierten. Die Sicherheitskräfte wurden mit Steinen beworfen.

Die Polizei wiederum setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Auslöser soll ein Feuer in einem Flüchtlingszelt gewesen sein.

Der Aufstand gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad hatte vor zwei Jahren begonnen. Nach UNO-Schätzungen wurden in dem Konflikt bislang mehr als 70'000 Menschen getötet. Über 700'000 Menschen flohen in die Nachbarländer, davon 180'000 in die Türkei.

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