Ebola-Epidemie

Zwei Ebola-Verdachtsfälle in Nigeria bestätigen sich nicht

In Liberia schützen sich Krankenpfleger vor dem Ebola-Virus

In Liberia schützen sich Krankenpfleger vor dem Ebola-Virus

Die zwei Ebola-Verdachtsfälle in Nigeria haben sich nach Tests nicht bestätigt. Dies teilte das örtliche Zentrum für Krankheitskontrolle NCDC am Samstag mit.

Die beiden Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, sagte der Chef der Behörde, Abdulsalim Nasidi. Etwa 70 weitere Menschen werden laut Berichten ebenfalls überwacht. Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der kürzlich in einem Spital in Lagos an Ebola gestorben war.

Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Nach weiteren Menschen, die in Kontakt mit ihm waren, werde gesucht, erklärte Jide Idris vom Gesundheitsministerium.

Die Luftaufsichtsbehörde NCAA hob das Flugverbot für die Airline ASky wieder auf. Die Gesellschaft hatte den Liberianer nach Nigeria geflogen. Sie steuere aber nun die betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht mehr an und habe die nötigen Massnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hiess es in einer NCAA-Mitteilung.

Sondergipfel beschliesst Quarantänezone

Bei einem Ebola-Sondergipfel in Conakry, der Hauptstadt Guineas, haben Präsidenten der betroffenen Länder am Freitag entschieden, das gemeinsame Grenzgebiet zu isolieren und zur Quarantänezone zu erklären.

"Wir, die Staatschefs, möchten der Internationalen Gemeinschaft versichern, dass sich die Epidemie nicht auf andere Länder ausbreiten wird und dass wir an den internationalen Grenzpunkten entsprechende Massnahmen getroffen haben", hiess es am Ende des Treffens in einer Mitteilung der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft Mano-Fluss-Union, der neben Guinea, Liberia und Sierra Leone auch die Elfenbeinküste angehört.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein 100-Millionen-Dollar-Programm für den Kampf gegen Ebola angekündigt. Bei dem Treffen in Conakry hatte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gewarnt, dass die Seuche katastrophale Ausmasse annehmen könnte, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht werde. Das Virus breite sich schneller aus, als die Helfer in der Lage seien, es einzudämmen, sagte Chan.

Nach WHO-Angaben sind bisher mindestens 729 Menschen in Westafrika an dem Virus gestorben. Es ist die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebolavirus in der Region. Bisher gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Therapie.

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