Terror in Christchurch

Zwei Dorfpolizisten stoppten Attentäter Brenton Tarrant: «Ohne sie hätte er noch mehr Menschen getötet»

Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland sein. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern hat den Mut zweier Polizisten gelobt. Sie hatten den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen.

Ohne ihr Eingreifen hätte der Mann wahrscheinlich noch mehr Menschen getötet als die 49 Besucher zweier Moscheen, sagte Ardern am Samstag vor Journalisten.

"Der Täter war bereits unterwegs, in seinem Auto wurden zwei weitere Waffen entdeckt, und er hatte eindeutig die Absicht, seinen Angriff fortzusetzen".

Elf lebensgefährlich Verletzte

Der rechtsextreme Australier hatte am Freitag bei Angriffen auf zwei Moscheen von Christchurch 49 Menschen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt, von denen elf laut Ardern am Samstag weiter in lebensbedrohlichem Zustand waren. Nach dem letzten Angriff auf eine Vorort-Moschee war der Attentäter in einem Wagen unterwegs, als er von zwei Polizisten gestoppt wurde.

Auf einem unscharfen Video, das offenbar aus einem vorbeifahrenden Auto aufgenommen wurde, war das helle Fahrzeug des Angreifers am Rand einer befahrenen Strasse zu sehen. Es war von einem Polizeiwagen gegen einen Bordstein gerammt worden, eines seiner Vorderräder ragte in die Luft. Zwei Polizisten hatten ihre Waffen auf die offene Beifahrertür gerichtet. Später war zu sehen, wie sie eine schwarzgekleidete Gestalt von dem Fahrzeug wegschleppten.

Nach ihren Informationen handle es sich um zwei einfache Dorfpolizisten aus der nahegelegenen Ortschaft Lincoln, sagte Premierministerin Ardern. Neuseelands Polizeichef Mike Bush sagte, er sei "ausserordentlich stolz" auf das Eingreifen der beiden Beamten.

Einreise verweigert

In Australien verweigerten die Behörden nach dem Anschlag in Christchurch dem ultrarechten Blogger Milo Yiannopoulos die Einreise. Die Kommentare des für seine Provokationen berüchtigten 34-jährigen Briten und ehemaligen "Breitbart"-Redakteurs seien entsetzlich und schürten Hass und Spaltung, erklärte Innenminister David Coleman. Deshalb erhalte er kein Visum.

In einem Facebook-Kommentar zu den blutigen Moschee-Angriffen hatte Yiannopoulos erklärt, derartige Massaker geschähen, weil die Regierungen "barbarische, fremde Religionen" verhätschelten.

Australischen Medienberichten zufolge hatte Premierminister Scott Morrisson schon vorher entschieden, Yiannopoulos nicht ins Land zu lassen, seine Haltung aber nach heftigen Protesten ultrakonservativer Vertreter seiner Liberalen Partei wieder geändert.

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