Der Direktor der Moschee, Omar al-Kiswani, warf Israel vor, eine Vereinbarung missachtet zu haben, wonach Besuche von Juden in den letzten zehn Tagen des Ramadans jeweils untersagt seien.

Die Moschee-Besucher verbarrikadierten sich laut israelischer Polizei am Sonntag in dem Gebäude, von wo aus sie Stühle und Steine auf die Sicherheitskräfte warfen, die sie daraufhin auseinandertrieben. Die für die Verwaltung des Geländes zuständige Waqf-Stiftung erklärte, die Polizei habe Gummigeschosse und Pfefferspray eingesetzt. Sieben Menschen seien festgenommen und 45 weitere Personen verletzt worden.

Den Angaben des Moschee-Direktors zufolge besuchten rund 1200 Juden am Sonntag das Gelände. Eine jüdische Organisation, die Besuche organisiert, meldete eine ähnliche Zahl.

Die Waqf-Stiftung teilte weiter mit, die Polizei habe die Türen der Moschee nach den Zusammenstössen versperrt. Anschliessend sei wieder Ruhe eingekehrt und die Besuche hätten fortgesetzt werden können, sagte ein Polizeisprecher.

Juden feiern Eroberung der Altstadt

Der Vorfall ereignete sich am Jerusalem-Tag, an dem der Eroberung des mehrheitlich palästinensischen Ostteils der Stadt durch Israel im Sechstagekrieg von 1967 gedacht wird. In diesem Jahr fällt der israelische Feiertag in die letzten Tage des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am 4. Juni endet.

Das Gelände der Al-Aksa-Moschee, von Juden als Tempelberg bezeichnet, liegt im Osten der Altstadt von Jerusalem. Juden dürfen die Stätte nur zu festgelegten Zeiten besuchen und dort nicht beten, um Spannungen zu vermeiden. Am Jerusalem-Tag besuchen für gewöhnlich besonders viele Juden den Tempelberg, wo die jüdische Klagemauer steht, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels. Regelmässig kommt es zu Zusammenstössen.

Israel hatte den Ostteil Jerusalems samt der historischen Altstadt im Sechstagekrieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die Uno erkennt die Annexion nicht an.