Zu den Kämpfen kam es laut dem in London ansässigen Syrischen Observatorium für Menschenrechte am Sonntag in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes, in der zentralen Region Homs sowie der Ortschaft Dael im Süden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben ist kaum möglich, da die syrischen Behörden die meisten ausländischen Journalisten des Landes verwiesen haben.

In Homs habe am Sonntag ein "Klima des Krieges" geherrscht, erklärten die örtlichen Koordinierungskomitees, die die Proteste der Regierungskritiker organisieren. Überall seien Explosionen und Schüsse zu hören gewesen, zahlreiche Häuser seien zerstört worden. Sicherheitskräfte sowie Anhänger der Regierung hätten zudem die Wege für Rettungswagen versperrt.

Die Lage sei schrecklich, sagte ein Bewohner von Homs, der namentlich nicht genannt werden wollte. Am Morgen seien auch Schüsse zu hören gewesen. "Das Heer riegelt einige Gebiete ab", sagte er.

Die Zusammenstösse gelten als weiteres Anzeichen für eine zunehmende Militarisierung der seit sieben Monaten anhaltenden Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad. Nach UNO-Angaben kamen bereits 2900 Menschen bei den Protesten ums Leben.

Nationalrat für internationale Beobachter

Der neu gegründete Nationalrat der syrischen Opposition verständigte sich unterdessen nach eigenen Angaben auf einen demokratischen Rahmen für ein künftiges Syrien.

Der Rat sei sich einig, dass das Regime von Präsident Assad gestürzt werden müsse und die Minderheiten im Land juristischen Schutz erhalten sollten, erklärte Jens Orback, der Generalsekretär des Internationalen Olof-Palme-Zentrums in Stockholm, das am Wochenende eine Konferenz des Nationalrats ausrichtete.

Darüber hinaus habe der Rat beschlossen, dass in Syrien internationale Beobachter nötig und gezielte Sanktionen gegen Einzelpersonen sinnvoller seien als allgemeine Sanktionen gegen die syrische Gesellschaft.