Brasilien

Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet geht zurück

Der Regenwald im Amazonagebiet leidet weiter unter Rodung (Archiv)

Der Regenwald im Amazonagebiet leidet weiter unter Rodung (Archiv)

Die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet ist nach Angaben der brasilianischen Regierung deutlich zurückgegangen. Zwischen August 2010 und Juli 2011 seien 6240 Quadratkilometer Regenwald zerstört worden, teilte das nationale Raumforschungsinstitut mit.

Das sei der niedrigste Wert sei Beginn der Aufzeichnungen 1988 und ein Rückgang um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Institut dokumentiert das Ausmass der Zerstörung mittels Satellitenüberwachung.

Einen Höhepunkt hatte die Abholzung 1995 erreicht, als 29'060 Quadratkilometer Regenwald zerstört worden waren.

WWF: Abholzung schreitet voran

Für den WWF sind die publizierten Zahlen kein Grund zur Freude: "Sie zeigen vor allem eines: die Abholzung des Regenwaldes schreitet weiter voran", sagt Stefan Inderbitzin, Mediensprecher des WWF Schweiz.

Zudem diskutiere Brasilien zurzeit über eine Lockerung des Waldschutzes. So soll Regenwald zur legalen Rodung freigegeben werden und Unternehmen, die illegal Wald gerodet haben, von einer Amnestie profitieren.

Kommt das neue Gesetz durch, sind 76,5 Millionen Hektar Regenwald bedroht - das ist eine Fläche so gross wie Deutschland, Österreich und Italien zusammen, wie der WWF erklärt.

Die Folgen wären laut WWF für das ganze Weltklima fatal: 28 Milliarden Tonnen CO2 würden freigesetzt - so viel wie Deutschland in drei Jahrzehnten ausstösst - und das Weltklima zusätzlich aufheizen. Das Gesetz würde zudem zu einer beispiellosen Zerstörung der biologischen Vielfalt Brasiliens führen.

Der WWF startete deshalb am Montag eine globale Aktion zum Schutz des Regenwalds: Innerhalb eines Tages schickten laut WWF bereits mehr als 8000 Personen ein Protestmail an Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.

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