Die Demonstranten forderten die Freilassung von Inhaftierten. Auf Transparenten warnten sie vor einer "Diktatur". Ein Fotograf schätzte die Zahl der Teilnehmenden auf über 100'000. Am Rande des Protests kam es nach Angaben von Augenzeugen zu vereinzelten Zusammenstössen mit der Polizei, als einige Demonstranten versuchten, zum Lulu-Platz im Zentrum von Manama vorzudringen.

Die Demonstranten folgten einem Aufruf des prominenten schiitischen Predigers Scheich Issa Kassim, der die Menschen beim Freitagsgebet ermutigt hatte, ihre Forderung nach mehr Demokratie wieder vorzubringen.

Gegen die Herrscherfamilie Al-Chalifa

In Bahrain hatten sich vor allem Angehörige der schiitischen Mehrheit gegen die sunnitische Herrscherfamilie Al-Chalifa aufgelehnt. Diese liess die Demonstrationen niederschlagen, verhängte vorübergehend das Kriegsrecht und holte Soldaten aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Hilfe.

In den Tagen um den 14. Februar, dem Jahrestag des Beginns der Proteste, nahmen die Spannungen wieder zu. Schiitische Jugendliche lieferten sich Schlägereien mit Bereitschaftspolizisten, die auf dem Platz der damaligen Proteste Präsenz zeigten.

Bahrain hat eine besondere strategische Bedeutung für die USA, denn es ist der Heimathafen ihrer 5. Flotte. Das Land ist zudem ein Zentrum der Finanz- und Tourismuswirtschaft in der Region.