Nordkorea

Zahl der in den Süden geflohenen Nordkoreaner hat zugenommen

Der Alltag in Nordkorea ist beschwerlich - viele fliehen über die Grenzen

Der Alltag in Nordkorea ist beschwerlich - viele fliehen über die Grenzen

Die Zahl der Überläufer aus Nordkorea ist nach südkoreanischen Angaben in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Die Regierung in Seoul machte dafür die wirtschaftliche Lage in dem kommunistischen Staat verantwortlich.

Südkorea hat den zwanzigtausendsten nordkoreanischen Flüchtling seit der Teilung der Halbinsel im Jahr 1948 aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine 41-jährige Frau, wie das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul am Montag mitteilte.

Die Frau sei am Donnerstag mit ihren beiden Söhnen in Südkorea eingetroffen und habe ihre Mutter wiedergetroffen, die bereits zuvor aus dem Norden geflohen sei.

Die koreanische Halbinsel war 1948 in einen kommunistischen Norden und einen kapitalistischen Süden geteilt worden, der Korea-Krieg (1950 bis 1953) besiegelte die Spaltung.

Bis Ende der 90er Jahre waren lediglich rund tausend Nordkoreaner in den Süden geflohen, nach einer schweren Hungersnot stieg die Zahl aber dramatisch an. Seit Mitte der 90er Jahre ist Nordkorea auf Lebensmittelhilfe aus dem Ausland angewiesen.

In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 10'000 Menschen in den Süden geflüchtet, etwa genau so viele wie im gesamten Zeitraum seit dem Ende des Koreakrieges 1953. Im vergangenen Jahr flohen insgesamt 2927 Menschen aus Nord- nach Südkorea und damit so viele wie noch nie innerhalb eines Jahres.

Die meisten Flüchtlinge wagen sich nicht über die schwer bewachte Grenze zwischen dem Norden und dem Süden, sondern nehmen einen Umweg über China. In Südkorea angekommen verbringen sie drei Monate in einem Auffanglager, wo sie auf ihr neues Leben vorbereitet werden. Die Flüchtlinge bekommen ausserdem eine finanzielle Unterstützung und eine Berufsausbildung.

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