Allein im vergangenen Jahr sahen sich 13,9 Millionen Menschen gezwungen, ihren Wohnort wegen Gewalt oder Verfolgung zu verlassen - 11 Millionen innerhalb ihres eigenen Landes und 2,9 Millionen, indem sie die Grenze überschritten. Dies geht aus dem am Donnerstag vom UNHCR veröffentlichten Jahresbericht hervor.

Abzüglich der Rückkehrer macht die Steigerung der Flüchtlingszahl zum Vorjahr 8,3 Millionen Menschen aus - und erreicht mit seinem Total von knapp 60 Millionen die Grösse der Gesamtbevölkerung Italiens, wie UNO-Hochkommissar Antonio Guterres während der Präsentation des Berichtes sagte.

Von den insgesamt 59,9 Millionen Menschen auf der Flucht waren 38,2 Millionen intern Vertriebene, 19,5 Millionen Flüchtlinge ausser Landes und 1,8 Millionen Asylbewerber, wie das UNHCR präzisiert.

Der Zuwachs an Flüchtlingen beschleunige sich seit 2010, sagte Guterres. 42'000 Menschen hätten im vergangenen Jahr täglich ihre Heimat verlassen - im Gegensatz zu 11'000 vor fünf Jahren, sagte Guterres.

Syrien, Afghanistan und Somalia an der Spitze

Am Anfang dieser Entwicklung stehen drei Länder, und sie stellen auch die meisten Flüchtlinge: Syrien, Afghanistan und Somalia. Auf der anderen Seite stehen die Aufnahmeländer: an erster Stelle steht die Türkei (1,6 Millionen Flüchtlinge), gleich dahinter folgt Pakistan (1,5 Millionen).

Laut Guterres decken die Mittel des UNHCR längst nicht mehr Bedürfnisse der Flüchtlinge - es fehlen nach seiner Einschätzung für dieses Jahr sieben Milliarden Dollar.