Libyen

Wo befinden sich Aischa und Safia Gaddafi?

Seit ihrem Auftritt am 15. April 2011 ist Gaddafis Tochter Aischa nicht mehr öffentlich aufgetreten. Key

Seit ihrem Auftritt am 15. April 2011 ist Gaddafis Tochter Aischa nicht mehr öffentlich aufgetreten. Key

Das Regime in Tripolis ist in Erklärungsnotstand – acht libysche Kriegsschiffe wurden von der Nato versenkt. Doch eine Frage beschäftigt: Wo befinden sich die Gaddafis?

Die von der tunesischen Insel Djerba gemeldete Flucht von Gaddafis Frau und Tochter zeige, wie sehr der Druck auf den libyschen Diktator zugenommen habe, behauptete die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton am Donnerstagabend.

Nur eine Stunde später kam das Dementi des libyschen Regierungssprechers. Aischa Gaddafi und ihre Mutter Safia seien noch immer in Tripolis, behauptete Mussa Ibrahim, der freilich den Beweis schuldig blieb, dass das prominente Paar dem bedrängten Vater und Ehemann noch immer die Treue hält. Ein kurzer Auftritt im Staatsfernsehen hätte ausgereicht, um Hillary Clinton blosszustellen.

Ölministe Schukri Ghanem in Bratislava

Dennoch: Die Frage, wo sich die für ihren westlichen Lebensstil bekannte Rechtsanwältin mit ihrer Mutter gegenwärtig aufhält, bleibt weiterhin offen. Geklärt scheint dagegen der Verbleib von Ölminister Schukri Ghanem, der sich angeblich «nur auf einer Dienstreise» befindet. Der langjährige Vertraute Gaddafis war über Tunesien zu seiner Familie nach Wien geflüchtet und soll sich inzwischen im slovakischen Bratislava aufhalten. Eine Rückkehr nach Tripolis erscheint nach dem Wirbel um seine Person eher unwahrscheinlich.

Gleiches gilt für Aischa und Safia Gaddafi, die im nahen Tunesien zumindest ihres Lebens sicher sein können. Die Familie Gaddafis besitzt dort mehrere Villen. Sollten sich Aischa und Safia Gaddafi dort aufhalten, dann erfolgte ihre Flucht zum richtigen Zeitpunkt. Denn in der Nacht zum Freitag hatten Kampfflugzeuge der Nato abermals heftige Luftangriffe auf Tripolis und andere libysche Hafenstädte geflogen. Dabei wurden nach Angaben der Allianz acht Kriegsschiffe von Gaddafis Marine versenkt oder schwer beschädigt.

Die Angriffe seien notwendig gewesen, um die libysche Zivilbevölkerung zu schützen. Die libysche Marine hatte in den letzten Wochen immer wieder Minen ausgelegt, um die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung zu blockieren. Betroffen war vor allem die Bevölkerung der inzwischen von libyschen Aufständischen kontrollierten Hafenstadt Misurata, 200 Kilometer östlich von Tripolis.

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