Die hoch ansteckende Infektionskrankheit wurde im US-Staat Florida bei einer Frau diagnostiziert. Diese war nach Medienberichten von einem Verwandtenbesuch aus Haiti zurückgekehrt. Aus der Dominikanischen Republik war bereits am Mittwoch ein erster Cholera-Fall gemeldet worden.

In Haiti starben bisher etwa 1100 Menschen an der Seuche. Mediziner befürchten, dass der Höhepunkt der Epidemie erst noch bevorsteht. "Das Problem ist, dass die Erkrankten viel zu spät zur Krankenstation kommen", sagte die Ärztin Esther Sterk, die für die Organisation Ärzte ohne Grenzen in Haiti im Einsatz ist, gegenüber der "Tagesschau" von Schweizer Fernsehen SF.

Neue Unruhen

Im Norden des Landes wird die ohnehin schwierige Arbeit der Hilfskräfte durch Unruhen erschwert. Wie ein haitianischer Radiosender berichtete, starb in der Grossstadt Cap-Haitien ein Mensch bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und UNO-Friedenstruppen.

Unklar ist, ob es sich bei dem Opfer um einen Blauhelmsoldaten, einen haitianischen Polizisten oder einen Demonstranten handelt. Seit Anfang der Woche verloren damit mindestens drei Menschen bei Unruhen ihr Leben.

Die Demonstranten protestieren gegen den angeblich erfolglosen Kampf der Regierung gegen die Cholera-Epidemie. In Cap-Haitien sind Hilfsarbeiten allerdings gerade wegen der Unruhen zum Erliegen gekommen.

Da Strassen von Demonstranten blockiert würden, könnten die Helfer dringend benötigte Güter wie Seife und Wasseraufbereitungstabletten nicht zu den Bedürftigen bringen, sagte die Sprecherin der Hilfsorganisation Oxfam in Haiti, Julie Jindall. Die UNO teilte mit, ein Lager des Welternährungsprogramms mit 500 Tonnen Hilfsgütern sei geplündert und anschliessend in Brand gesetzt worden.

Die Demonstranten verlangen auch den Abzug der UNO-Truppen. Es kursiert das Gerücht, dass der Erreger von UNO-Soldaten aus Nepal eingeschleppt worden sei.