Der Unbekannte traf sie mit Schüssen durch ihr Wohnungsfenster. Bei den Opfern handelt es sich der Polizei zufolge um zwei 26 und 34 Jahre alte Frauen. Zudem wurde auf einen ausländisch aussehenden Jugendlichen geschossen, der auf einem Moped unterwegs war; er blieb aber unverletzt.

Eine Sonderkommission untersucht zurzeit mehr als 15 Schussangriffe innerhalb der vergangenen zwölf Monate. In nahezu allen Fällen seien die Opfer Einwanderer gewesen, sagte Sjöström, warnte aber vor voreiligen Schlüssen.

"Es ist gefährlich zu spekulieren. Was nun zählt, ist solide Polizeiarbeit", sagte er. "Theoretisch kommt eine ganze Reihe Verdächtiger in Frage." Bislang habe es aber noch keine Festnahmen gegeben.

Im letzten Herbst starb eine hellhäutige Frau, als sie in ihrem Auto von Kugeln getroffen wurde. Ihr dunkelhäutiger Begleiter überlebte mit schweren Verletzungen. Auch dieser Fall wird von der Polizei untersucht.

Polizei warnt vor Panik

Die Polizei warnte nach den neuerlichen Zwischenfällen vor Panik. "Für einen einzelnen Menschen ist das Risiko extrem gering", sagte Börje Sjöström von der Polizei in Malmö am Freitag auf einer Medienkonferenz, die im Radio übertragen wurde. "Das Schlimmste wäre jetzt, sich zuhause einzuschliessen und zu kapitulieren."

Die Attacken ohne erkennbares Motiv schüren in Schweden die Angst vor einem neuen Serientäter. Bereits von August 1991 bis Januar 1992 hatte ein derartiger Täter das Land in Schrecken versetzt.

Der heute 57-jährige John Ausonius schoss im Grossraum Stockholm auf elf Menschen, meist Einwanderer. Eines seiner Opfer starb, die anderen wurden schwer verletzt. Ausonius erhielt 1994 zu lebenslange Haft.