Dass die Kämpfe mit aller Härte geführt werden und die Zivilbevölkerung kaum Schutz vor den Kämpfen geniesst, zeigt der wachsende Flüchtlingsstrom über die nahe Grenze in die Türkei. Am Dienstag seien mehr als 1300 Syrer über die Grenze gekommen, teilte ein türkischer Regierungsvertreter mit - fast doppelt so viele wie am Vortag.

Die Lage der Rebellen in der syrischen Metropole Aleppo werde immer prekärer, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Im Kampf gegen die mit Panzern, Helikoptern und Kampfflugzeugen vorrückende Armee geht den Rebellen nach Darstellung eines Kommandanten die Munition aus. Zusätzlich schränkten Scharfschützen die Beweglichkeit der Gegner von Präsident Baschar al-Assad ein.

Laut der Nachrichtenagentur AP befanden sich die Rebellen hingegen auf dem Vormarsch. Trotz der seit zwei Wochen andauernden Angriffen der Regierungstruppen mit schwerem Geschütz und aus der Luft würden sich die Kämpfe immer mehr dem Zentrum der Stadt nähern, sagte ein örtlicher Aktivist. In den nahe gelegenen Bezirken Bab Dschnein und Sabi Bahrat sei es am Dienstag zu schweren Kämpfen gekommen.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass die Gefechte sich auf weitere Teile der Stadt ausgedehnt hätten. Die Angaben können hingegen kaum überprüft werden, nur noch wenige unabhängige Journalisten befinden sich im Kriegsgebiet.

Medikamente rar

Immer schwieriger wird in Syrien die Versorgung der Kranken und Verletzten mit lebensnotwendigen Medikamenten. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mitteilte, haben viele Unternehmen wegen des seit 17 Monaten andauernden Bürgerkriegs die Herstellung von Medikamenten eingestellt.