Von Januar bis Ende Juli seien 1855 Menschen an der Krankheit gestorben, teilte die WHO auf Anfrage mit. Das sind fast so viele Todesopfer wie der Ebola-Ausbruch im Nachbarland Kongo in einem Jahr gefordert hat. Bereits Anfang Mai sei die Schwelle zu einer Epidemie überschritten worden, hiess es.

Die Regierung bestreitet allerdings die Zahlen und will nicht von einer Epidemie sprechen. Von Januar bis Juni seien rund 1400 Menschen an Malaria gestorben, sagte Gesundheitsminister Thaddée Ndikumana der Nachrichtenagentur DPA. Innerhalb von sechs Monaten 2017 habe es dagegen 4500 Todesopfer gegeben. Wenn man diese Zahlen vergleiche, gebe es keinen Grund, derzeit von einer Epidemie zu sprechen.

Ndikumana führt die hohe Zahl der Malaria-Fälle in diesem Jahr vor allem auf den Klimawandel zurück. Die Regenzeit sei länger als üblich gewesen, was zu einer grösseren Zahl an Moskitos geführt habe, sagte er. Zudem seien in manchen Gegenden die Temperaturen höher als üblich. Um Malaria einzudämmen, will die Regierung demnach unter anderem mit einem Insektizid imprägnierte Moskitonetze verteilen.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Lebenserwartung liegt gemäss Erhebungen bei 58 Jahren, im Vergleich zu 83 Jahren in der Schweiz. Burundi wird seit 2005 von Präsident Pierre Nkurunziza regiert. Den Behörden des Landes warf eine Untersuchungskommission des Uno-Menschenrechtsbüros wiederholt Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Immer wieder kommt die Regierung mit internationalen Organisationen in Konflikt. So trat Burundi 2017 aus dem Internationalen Strafgerichtshof aus, im vergangenen Jahr ordnete die Regierung zudem die Schliessung des örtlichen Uno-Menschenrechtsbüros an.