Luftfahrt

Weniger Tote bei Flugunfällen im 2011

Absturz eines Kleinflugzeugs in der Waadt im Oktober 2011

Absturz eines Kleinflugzeugs in der Waadt im Oktober 2011

Fliegen war im vergangenen Jahr nach Branchenangaben so sicher wie noch nie. In der zivilen Luftfahrt starben 498 Menschen, wie die Sicherheitsbilanz 2011 des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC ergab.

Dies berichtete das Luftfahrt-Magazin "Aero International" in seiner jüngsten Ausgabe. Im Jahr zuvor waren 829 Flugzeuginsassen ums Leben gekommen. "Nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs starben weniger Menschen bei Flugunfällen", betonte das Magazin und sprach vom bisher "besten Jahr für die Flugsicherheit".

Erstmals seit 1964 habe es in der kommerziellen Luftfahrt zudem keinen "Grossunfall" mit mehr als 100 Toten gegeben, betonten die Experten. Die grosse Mehrheit der Unfälle ereignete sich mit Flugzeugtypen, die seit Jahren nicht mehr gebaut werden.

Die meisten Unglücke mit tödlichem Ausgang ereigneten sich den Zahlen zufolge auf Regionalstrecken von unter 500 Kilometern. "Anders ausgedrückt kamen Passagiere, die 2011 einen Langstreckenflug gebucht hatten, zu 100 Prozent lebend an ihrem Ziel an", analysierte das Magazin.

Als Ursache sehen die Autoren neben immer ausgefeilterer Technik vor allem "bessere Flugüberwachungssysteme an Bord der Flugzeuge sowie die Etablierung einer effektiveren Sicherheitskultur in mehr und mehr Ländern dieser Welt".

"Kopfschmerz-Region" Russland

Als weitere Besonderheit des Vorjahres gilt die gleichmässige regionale Verteilung der Unfallopfer innerhalb der Luftfahrtregionen. Die Experten bescheinigten der früheren Problemregion Afrika Fortschritte in Sachen Flugsicherheit.

Russland dagegen machten sie als neue "Kopfschmerz-Region" aus. Dort starben im vergangenen Jahr bei sechs Abstürzen 112 Menschen: "Eine besorgniserregende Bilanz". Bei Unfallanalysen in Russland falle immer wieder auf: "Es mangelt nicht an effektiven Sicherheitsvorschriften, es ist deren mangelnde Einhaltung."

Vor allem nicht eingehaltene Wartungsintervalle bei den mitunter sehr betagten Flugzeugen kleinerer Fracht- und Regional-Airlines gehörten dazu. Unklar bleibe, ob die von der Regierung in Moskau eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Standards im nationalen Luftverkehr zu mehr Sicherheit führen werden.

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