Die mit Beton ausgeschalte Röhre sei in einer Tiefe von etwa acht Metern bereits "mehrere Hundert Meter" auf israelisches Territorium vorangetrieben worden. An der Anlage mit mehreren Abzweigungen im Süden der Enklave sei noch vor kurzem gebaut worden. Darauf weise Arbeitsgerät hin, das die Arbeiter bei ihrer Flucht zurückgelassen hätten, sagte Lerner.

Auf die Frage, ob der Tunnel für Terrorangriffe in Israel genutzt werden sollte, antwortete Lerner: "Da sind wir uns absolut sicher".

Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas hatte zuvor betont, es handle sich um einen alten Tunnel, den Israel nur als Vorwand für neue Gewalt gegen die Enklave am Mittelmeer nutzen wolle. Zugleich drohte sie mit weiteren Schlägen gegen Israel.

Israel geht davon aus, dass militante Palästinenser diesen und drei weitere im vergangenen Jahr entdeckte Tunnel für Anschläge in Israel und die Entführung von Soldaten wie 2006 der Soldat Gilad Schalit nutzen wollten.

Israel hatte als Reaktion auf die Tunnelfunde bis auf weiteres die Lieferung von Baumaterialien in den Gazastreifen gestoppt. Deshalb kam die Baubranche in dem ohnehin verarmten Gebiet zum Erliegen, und Tausende wurden arbeitslos.