Frankreich

Weil es ohne sie einfach nicht geht: Macron für originalgetreuen Wiederaufbau von Notre-Dame

Bald schon wieder wie früher?

Bald schon wieder wie früher?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich für einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau von Notre-Dame ausgesprochen. Das Wahrzeichen von Paris könnte also irgendwann wieder in seinem alten Glanz erstrahlen.

(dpa) Die weltberühmte Kathedrale solle - nach dem verheerenden Brand im vergangenen Jahr - so weit es geht in der bisher bekannten Form restauriert werden, hiess es am Donnerstagabend aus dem Élyséepalast nach einer Sitzung des Beratergremiums für den Wiederaufbau. Bei der Wahl der Materialien solle auf Nachhaltigkeit gesetzt werden.

Vor allem darüber, wie der charakteristische Spitzturm wieder aufgebaut werden soll - modern oder originalgetreu - gab es in der Vergangenheit immer wieder Streit, sogar auf höchster Ebene. Der Turm war bei dem Feuer im April 2019 eingestürzt. Macron hatte sich kurz nach dem Brand eine «zeitgenössische architektonische Geste» gewünscht. Die Bauarbeiten sollten nun dadurch nicht verzögert werden, so der Präsidentenpalast. Macron hatte nach dem Brand einen Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren versprochen.

Es gab unterschiedlichste Vorschläge für den Wiederaufbau - auch ein Turm aus Glas war zeitweise im Gespräch. Chefarchitekt Philippe Villeneuve hatte immer wieder betont, dass er für einen originalgetreuen Wiederaufbau des Spitzturms sei. In der Debatte ging es teils heftig zu. Auch die breite Öffentlichkeit war dafür, die Kathedrale originalgetreu zu restaurieren.

Anfang Juni hatte der Abbau des bei dem Brand geschmolzenen Gerüsts begonnen, das bereits vor dem Feuer auf dem Dach angebracht war. Diese Arbeiten sollen nicht vor September abgeschlossen sein. In dem Turm war Blei verbaut - die Umgebung war massiv von giftigem Staub verschmutzt worden. Der Vorplatz der Kathedrale wurde deswegen erst im Frühjahr wiedereröffnet.

Die neue Kulturministerin Roselyne Bachelot hatte bereits am Donnerstagmorgen angedeutet, dass es einen Konsens für einen originalgetreuen Wiederaufbau gebe. Macron betonte nun, dass bei der Neugestaltung der Umgebung auf eine zeitgenössische Geste gesetzt werden soll. Wann Notre-Dame wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist noch unklar. Am Morgen hatten Greenpeace-Aktivisten ein Transparent auf einem Kran der Baustelle angebracht und die Umweltpolitik des Präsidenten kritisiert.

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